Willkommen bei der ACK-Region Südwest

Spiritualität als effektiver Beitrag für die ökumenische Bewegung

Tagung zu ökumenischer Spiritualität in Kloster Gnadenthal

Gnadenthal/Hünfelden – Wodurch zeichnet sich christliche Spiritualität aus? Worin bestehen die Besonderheiten katholischer, evangelischer, freikirchlicher und orthodoxer Spiritualität? Was könnten Grundzüge einer ökumenischen Spiritualität sein und worin liegt ihre Bedeutung für die Suche nach der Einheit der Kirche? Mit diesen Fragen befasste sich eine Tagung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest und der Evangelischen Kirche im Rheinland zusammen mit dem Zentrum Verkündigung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und dem Institut für Evangelische Theologie an der Universität Koblenz-Landau. Theologinnen und Theologen aus unterschiedlichen Konfessionen kamen im hessischen Kloster Gnadenthal zusammen, um die Vielfalt der geistlichen Reichtümer in den unterschiedlichen Konfessionsfamilien kennenzulernen und so den Blick auf die eigene Frömmigkeit und auf andere Glaubenstraditionen zu verändern. 

Für Thorsten Dietz, Professor für Systematische Theologie an der Evangelischen Hochschule TABOR in Marburg, ist christliche Spiritualität der „Versuch, die durch die zunehmende Säkularisierung verlorengegangene Einbettung des Menschen in Gemeinschaft, die Welt und seinen Körper durch sinnliche Erschließungserfahrungen wiederzufinden“. Eine solche Spiritualität entfalte sich in drei Spannungen: „zwischen der unmittelbaren und unverfügbaren Begegnung von Gott und Mensch und der Notwendigkeit, ihr durch Übungen wie Gebet und Gottesdienst einen Raum zu bereiten“. Zwischen der „Transzendenz des immer größeren Gottes und seiner Greifbarkeit in konkreten, sinnlich wahrnehmbaren Medien“. Und zwischen dem „freien Geschenk der Gnade Gottes und einem nicht linear verlaufenden Wachstum im Glauben“. Mit Blick auf das ökumenische Miteinander der Konfessionen plädierte Dietz dafür, „andere Spiritualitäten angstfrei wahrzunehmen und zuzulassen“ und Orte und Räume zu eröffnen, „in denen Menschen vielfältige geistliche Erfahrungen machen können“.

Für eine Weitung des Begriffs „Katholisch“ warb Klaus Vechtel, Professor für Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main. Katholische Spiritualität zeichne sich nicht dadurch aus, dass sie sich an katholischen Identitätsmarkern wie dem Papstamt oder einer marianischen Prägung orientiere. Es gehe vielmehr darum, dass sich „die qualitativ-umfassende Liebe Gottes eine quantitativ-konkrete Gestalt“ sucht. Weil in der Neuzeit die Transparenz der Welt auf Gott hin verlorengegangen ist, suche christliche Spiritualität nach dem, „was hinter der Leere liegt“, und versuche im Gegensatz zu postmodernen säkularen Spiritualitäten „das Nicht-ohne des Göttlichen geltend zu machen“. Zugleich realisiert sie sich „in einem guten weltlichen Leben, das immer schon ein frommes Leben ist, weil auch Gott die Welt liebt“, und in der „Erfahrung des Verdankt-Seins“. Dieses Verdankt-Sein wiederum komme in der Eucharistie am dichtesten zum Ausdruck. 

„In der evangelischen Kirche hat der Begriff Spiritualität erst seit den 1970er Jahren Fuß gefasst.“ Darauf wies Dr. Peter Zimmerling, Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig, hin. Evangelische Spiritualität sei seit der Reformation von zwei gegenläufigen Bewegungen geprägt: Zum einen von einer „Konzentration auf das Wesentliche“ bzw. einer „Ausscheidung des Unnötigen“, wozu etwa das Pilgern zählte. Zum anderen von einer „Grenzüberschreitung“ bei der Suche nach Orten gelebten Glaubens: vom Kloster in die Welt, in Gesellschaft, Beruf und Familie. Ebenso wesentlich für protestantische Spiritualität, so Zimmerling, sei ihre Pluralität, die eine Chance ist, „dass viele Menschen den Glauben angemessen leben können“. Zu ihr gehört deshalb Mystik genauso wie politisches Engagement, Liturgie und Gesangbuch genauso wie diakonisches Handeln, traditionelle monastische Lebensformen genauso wie moderne Phänomene, etwa charismatische Ausdrucksformen des Glaubens.

Exemplarisch am Leben Freier evangelischer Gemeinden zeigte Jochen Wagner, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Evangelische Theologie der Universität Koblenz-Landau und Gemeindepastor, die Kennzeichen freikirchlicher Spiritualität auf. Geprägt von Pietismus und der Erweckungsbewegung sei Apg 2,42 als „Leitbild einer frei-evangelischen Spiritualität“ anzusehen. Wagner warf in diesem Zusammenhang einen durchaus selbstkritischen Blick auf manche Entwicklungen innerhalb seiner Konfessionsfamilie und sprach sich für eine „Diskussion über die Bedeutung der Inspiration der Heiligen Schrift und eine weitere theologische Reflexion über das Gebet an sich“ aus. Freikirchliche Spiritualität sei zudem von der „persönlichen Aneignung des Glaubens und der Achtung des Gewissens des Einzelnen“ geprägt, ebenso vom Gedanken der Nachfolge, einem missionarischen Lebensstil und einer „protestantischen Bußfrömmigkeit“. Für die Zukunft, so Wagner, komme es darauf an, „die alten Gräben zwischen Frommen und Aktiven zu überwinden“ und eine Spiritualität zu pflegen, „die Freiheit ermöglicht und vielfältig ist“.

Einen Seitenblick auf moderne Spiritualität warf Holger Pyka, neben seiner Tätigkeit als evangelischer Gemeindepfarrer nach eigener Aussage „promovierter Karnevalist, Hobby-Cartoonist, Poetry-Slammer, Musiker und Teilzeit-Blogger“. Auch auf Zukunft hin solle christliche Spiritualität ihre klassischen Kennzeichen aufweisen und „bibelorientiert-evangelistisch, liturgisch-meditativ und emanzipatorisch-politisch“ sein. Daneben biete jedoch vor allem die digitale Welt einen wichtigen Raum, in dem die Kirchen ihre Botschaft verbreiten und Menschen Glaubenserfahrungen machen können. Verbreiteten Ängsten, etwa der, dass in der digitalen Welt keine körperlichen und gemeinschaftlichen Erfahrungen gemacht werden können, begegnete Pyka mit dem Hinweis: „Auch beim Bedienen des Handys ist der Körper beteiligt, nur mit anderen Körperteilen: den Fingern und Augen. Und auch in Chatgruppen können sich Menschen zu Gemeinschaften zusammenschließen.“

In ihrem abschließenden Vortrag arbeitete Jutta Koslowski, Lehrbeauftragte für ökumenische Theologie und interreligiöses Lernen an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg, Grundzüge einer ökumenischen Spiritualität heraus. Eine solche zeichne sich dadurch aus, dass sie zugleich „in die Tiefe, zum Wesentlichen des Glaubens, in die Weite, zu den Schätzen der anderen, und in die Höhe, zu Gott selbst, führt“. Sie verbinde die unterschiedlichen Traditionen „nicht nur patchworkmäßig, sondern schaffe unter ihnen eine organische Verbindung“. Denn, so Koslowski, „jede Konfession hält Heilmittel für die Einseitigkeiten der anderen Konfessionen in der Hand“. Zugleich komme es darauf an, ökumenische Spiritualität durch das Gebet um die Einheit und für die ökumenischen Partner, durch Kontakte und persönliche Beziehungen konkret umzusetzen. So könne ökumenische Spiritualität „ein effektiver Beitrag für die ökumenische Bewegung“ sein.

In den lebendigen Diskussionen wurde unter anderem auf die Zunahme säkularer Liturgien und die Notwendigkeit, geistliche Erfahrungen in anderen Religionen stärker in den Blick zu nehmen, hingewiesen. Auch die Gefahr geistlichen Missbrauchs in der geistlichen Leitung und Begleitung sowie in Orden und anderen geistlichen Gemeinschaften kam zur Sprache. Workshops zur Spiritualität der östlichen Kirchen, zur monastischen Spiritualität und zu ökumenischen Exerzitien im Alltag, kreative Angebote, ein BibelTeilen und die Teilnahme an den Gebetszeiten der ökumenischen Kommunität Jesus-Bruderschaft rundeten die Veranstaltung ab. Ein Sammelband mit allen Vorträgen der Tagung ist in Planung.

Text und Bild: ACK Südwest

Ökumenisches Gebet im Advent 2019 - Bestellungen sind möglich

Im Sommer schon an den Advent denken? 
Sichern Sie sich schon jetzt Ihr Exemplar des Ökumenischen Gebets im Advent für das Jahr 2019. Es erwarten Sie Anregungen zur gemeinsamen Gestaltung der Adventszeit in Ihren Gemeinen und Gruppen.

Während Parteien und Gruppen mit der Angst der Menschen spielen, ist die Botschaft der diesjährigen Vorlage: Fürchtet Euch nicht.

Wir freuen uns über Ihre Bestellungen, wünschen Ihnen gute Anregungen und freuen uns über Ihr Feedback!

Um das Bestellformular zu öffnen, klicken Sie bitte auf die Überschrift dieses Beitrags.

Tagung Ök. Spiritualität - 9. + 10. September, Kloster Gnadenthal - Herzliche Einladung!

Orthodoxer Christ ist neuer ACK-Vorsitzender der ACK Deutschland

Pressemitteilung der ACK Deutschland:

Erzpriester Radu Constantin Miron folgt auf Bischof Wiesemann 

Hofgeismar. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland hat bei den turnusgemäß anstehenden Neuwahlen am 4. April einen neuen Vorsitzenden bestimmt. Auf den römisch-katholischen Bischof Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer, der laut Satzung nicht noch einmal kandidieren durfte, übernimmt nun zum ersten Mal in der Geschichte der ACK ein orthodoxer Christ dieses Amt: der griechisch-orthodoxe Erzpriester Radu Constantin Miron. 

Als seine Stellvertreter wurden Reverend Christopher Easthill von der Arbeitsgemeinschaft anglikanischer Gemeinden und Bischof Harald Rückert von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger, Bistum Hildesheim, und Bischof Martin Hein, Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. 

Erzpriester Radu Constantin Miron wurde 1956 in Bonn geboren. Er besuchte in Freiburg im Breisgau die Schule und legte dort 1974 die Abiturprüfung ab. Dann studierte er in Thessaloniki (Griechenland) orthodoxe Theologie, was er 1978 als Diplom-Theologe abschloss. Es folgt in Bonn und Köln das Studium der Byzantinistik, Romanistik und Theologie. 2010 schloss er noch ein Magisterstudium in Thessaloniki mit dem Master of Theology ab. 

Große Erfahrung als Seelsorger 

1983 bis 2016 wirkte Miron als Pfarrer der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Brühl (Rheinland), 1998 bis 2003 war er gleichzeitig auch Pfarrer einer rumänischsprachigen Gemeinde in Düsseldorf und Umgebung. Radu Constantin Miron wirkt zudem seit 1990 als Religionslehrer am Leibnitz-Montessori-Gymnasium Düsseldorf sowie seit 2000 als Gefängnisseelsorger an der JVA Düsseldorf. Seit 2009 ist er Lehrbeauftragter an der Universität Bonn für den Studiengang Master of Ecumenical Studies. Erzpriester Miron ist Ökumenereferent der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. Seit 2016 ist er Pfarrer der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Köln sowie Bischöflicher Vikar der Griechisch-Orthodoxen Metropolie für Nordrhein-Westfalen. 

Erzpriester Miron ist seit 1983 in der Ökumene engagiert. Er ist verheiratet, Vater von fünf Kindern und Großvater eines Enkelkindes. 

Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert ca. 50 Mio. Christen in Deutschland. Die Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die ACK, die zweimal im Jahr zur Mitgliederversammlung zusammenkommen. Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung den Vorstand der ACK. Seit 4.4.2019 ist Erzpriester Radu Constantin Miron Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt „Ökumenische Centrale“, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen. 

"Gemeinsam unter dem Kreuz"

Link zur Pressemeldung mit Bildeindrücken: https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=9904&cHash=b5f3b818a0e617500eae29a01c88793b

 

Kaiserslautern. Unter dem Leitwort „Gemeinsam unter dem Kreuz“ haben heute Vertreter der Evangelischen Kirche der Pfalz, des Bistums Speyer, der Griechisch-Orthodoxen, Syrisch-Orthodoxen und Koptisch-Orthodoxen Kirche und weiterer Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen – Region Südwest (ACK) einen ökumenischen Passionsgottesdienst in der Marienkirche in Kaiserslautern gefeiert. Im Zentrum der Feier stand das Gedenken an die Christinnen und Christen, die weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

„Unsere konfessionellen Prägungen, die wir als Gaben in den Gebeten, Liedern und Symbolen in diese Feier einbringen – sie sind umgriffen und geeint durch den, der uns am Kreuz mit Gott und untereinander versöhnt hat“, sagte Bischof Karl-Heinz Wiesemann in seiner Begrüßung. Er verwies darauf, dass weltweit Millionen Menschen unter ungerechten Regimen und grausamer Gewalt litten und wegen ihres Glaubens verfolgt würden: „Für sie wollen wir im Gottesdienst beten.“
Gleichzeitig ginge es aber auch um die „Anfrage, ob Gewalt und Machtstreben auch unser Reden und Handeln prägen“, so der Bischof. Es gelte dafür um Vergebung zu bitten, „wo wir nicht bedingungslos auf der Seite der Schwachen und Unterdrückten gestanden sind, wo unser gelebtes Zeugnis die Botschaft von der unbedingten Menschenfreundlichkeit Gottes verdunkelt hat.“

Kirchenpräsident Christian Schad verwies in seiner Predigt auf das Kreuz als verbindendes Symbol der Gemeinschaft aller Christinnen und Christen. In Not und Angst fühlten sich Menschen Gott gerade deshalb nahe, weil Gott, der am Kreuz gestorben sei, selbst das Leiden durchlitten und das Gefühl von Ohnmacht erlebt habe. Eine Konsequenz daraus sei, dass Kirche nie „Siegerkirche“ sein könne, sondern ihren Platz an der Seite der Schwachen, der Menschen in Not habe. 

Schad zitierte Martin Luther King, der die Rolle der Kirche ausdrücklich nicht als Werkzeug sondern als Gewissen des Staates, als Wegweiser und Kritiker beschrieben habe. Eine Kirche, die sich mit prophetischem Eifer für Frieden und Gerechtigkeit einsetze. „Unsere Kirche ist kein gesellschaftlicher Club, zu dem manche sie gerne machen möchten. Sie steht nicht im Abseits, verkriecht sich nicht in eine private Nische. Nein, die die unter Unrecht und Krieg leiden, sie sind uns ans Herz gelegt“, erklärte der Kirchenpräsident. 

Das Leid der verfolgten Christen aber auch anderer religiöser Minderheiten habe weltweit zugenommen berichtete Schad und verwies auf das Vorgehen des sogenannten Islamischen Staates gegen Andersgläubige im Nahen und Mittleren Osten, auf Übergriffe von Islamisten in Nigeria, Indien und Indonesien sowie die Anschläge auf Koptische Kirchen in Ägypten. Das Kreuz Jesu stehe dagegen. „Religion und Gewalt schließen sich seit Jesu Tod ein für alle Mal aus! Gott durchbricht in Jesus Christus die Spirale von Gewalt und Gegengewalt“, bekräftigte der Kirchenpräsident. 

Der Glaube an Jesus Christus gebe Menschen die Kraft, auch in „Wüstenzeiten des Lebens“ durchzuhalten. „Hoffnung auf eine bessere Welt entsteht, weil Menschen sich zusammenschließen, Feinde sich lieben lernen, Barmherzigkeit regiert statt Durchsetzungsvermögen und Ellenbogen-Mentalität.“ Gott ermutige die Menschen dazu, gegen Gewalt und Krieg anzutreten.  

Neben Kirchenpräsident Christian Schad und Bischof Karl-Heinz Wiesemann wirkten der Syrisch-Orthodoxe Erzbischof Hanna Aydin, der Koptisch-Orthodoxe Bischof Anba Michael, Pastor Jochen Wagner, Vorsitzender der ACK-Südwest, Erzpriester Georgios Basioudis von der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde Mannheim und Erzpriester Konstantin Zarkanitis von der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde Ludwigshafen mit. Weiterhin waren Pfarrer Semun Kurt von der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde Worms, Diakon Bishoy Soliman von der Koptisch-Orthodoxen Gemeinde Kaiserslautern, Gemeindereferent Andreas Werle, Vertreter der ACK-Kaiserslautern, sowie Dekanin Dorothee Wüst vom Protestantischen Kirchenbezirk Kaiserslautern und Dekan Steffen Kühn vom Katholischen Dekanat Kaiserslautern an der Liturgie beteiligt.

Ein zentrales liturgisches Element der Feier war die Kreuzverehrung nach ostkirchlichem Ritus, bei der Erzbischof Aydin sich mit dem Kreuzreliquiar der katholischen Gemeinde St. Martin segnend in alle vier Himmelsrichtung wandte.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Chören der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde Ludwigshafen, der Koptisch-Orthodoxen Gemeinde Kaiserslautern sowie der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde Worms. Die Orgel spielt Bezirkskantor Simon Reichert, Neustadt/Weinstraße. Der Erlös der Kollekte kommt der Nothilfe von Caritas International in Syrien und der Internationalen Gesellschaft Orientalischer Christen e.V. zugute. 

Im Anschluss an den ökumenischen Passionsgottesdienst waren die Gottesdienstbesucher zur Begegnung im Pfarrheim St. Maria eingeladen. 

Text: is/lk / Foto: Agentur View, Kaiserslautern

„Wir müssen das Lassen lernen“

Delegiertenversammlung der ACK-Südwest zum Thema Schöpfungsverantwortung – Austausch zum Thema Missbrauch in der Kirche

Neustadt an der Weinstraße – „Wir müssen das Lassen lernen.“ Wie ein roter Faden zog sich diese Einsicht durch die Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Rheinland-Pfalz und im Saarland (ACK-Südwest) im Kloster Neustadt. In einem Studienteil befassten sich die ca. 30 Vertreterinnen und Vertreter aus den 13 Mitgliedskirchen mit biblischen und systematischen Grundlagen des christlichen Auftrags zur Bewahrung der Schöpfung. Beim Austausch zum Thema Missbrauch und Gewalt betonten die Delegierten die gemeinsame Verantwortung aller Kirchen.

Zusammenhang von Schöpfungsverantwortung und sozialer Gerechtigkeit

Den biblischen Schöpfungsberichten zufolge hat der Mensch „keine schrankenlose Lizenz zur Ausbeutung der Schöpfung“, stellte Jörg Barthel klar. Für den Professor für biblische Theologie an der Theologischen Hochschule Reutlingen zielt die Heilige Schrift vielmehr auf eine „Ethik des Lassens“, die dazu aufruft, „neu zu lernen, wo wir nicht alles rausholen müssen“. Dabei sei der für die Bibel zentrale „Zusammenhang von Bewahrung der Schöpfung und sozialer Gerechtigkeit“ zu beachten. Weiter sagte Barthel, seit dem Sündenfall sei in der Welt die ursprüngliche Balance zwischen dem „erhaltenen Bewahren“ und einem „umgestaltenden Bebauen“ gestört: „Wo das Bebauen zu entfesselter Arbeit wird und der Mensch nicht mehr Hüter seines Bruders sein will, dort wird der Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung verfehlt.“ 

Die globale Krise als Zeichen einer spirituellen Krise

„Wir sind in eine neue Epoche der Erdgeschichte eingetreten“, so Klaus Heidel von der „Werkstatt Ökonomie“ in Heidelberg. Er wies darauf hin, dass im so genannten Anthropozän der Mensch zum „dominierenden Faktor des Erdsystems“ geworden ist. Angesichts gravierender Verletzungen planetarischer Grenzen habe Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ zu einer „kulturellen Revolution“ bzw. „großen Transformation“ aufgerufen. Diese müsse umfassend und weltweit gestaltet werden und zugleich „die Ökologie und die soziale Frage zusammendenken“. Dabei ist für Heidel „die globale Krise Zeichen einer spirituellen Krise in Folge einer Selbstüberschätzung des Menschen“. Heidel warb für eine neue Bescheidenheit, „die sich mit genug zufriedengibt und die mit denen teilt, die in Not sind“.

Unterstützung für das Anliegen der Aktion „Fridays for future“

Die Aufgabe der Kirche besteht für Heidel darin, die Menschen zum „Loben und Staunen“ zu animieren, damit sie „in den Dingen eine göttliche Botschaft erkennen“ und so aufhören, „bloße Konsumenten und Ausbeuter“ zu sein. Dazu bedürfe es einer „ökologischen und transformativen Spiritualität, die sich in einem prophetischen und kontemplativen Lebensstil zeigt“. Konkret warb Heidel dafür, Kirchengemeinden in „Lernorte und Reallabore für eine alternative Praxis“ umzugestalten bzw. neu zu gründen. Am Ende der sich anschließenden Diskussion erklärten die Delegierten und ihre Stellvertreter spontan und mit überwältigender Mehrheit, dass sie das Anliegen der Aktion „Fridays for future“, mit der Schüler für mehr Klimaschutz streiken, teilen und unterstützen.

Missbrauch in der Kirche als „ökumenischer Testfall“

Offen und sensibel zugleich diskutierten die 30 Kirchenvertreter das Thema sexueller Missbrauch und den damit verbundenen enormen Vertrauensverlust der Kirchen. Ein Delegierter der Evangelischen Kirche des Rheinlands wies auf die „Verantwortung aller Kirchen“ hin, „dass solche Fälle nicht mehr passieren“. Das Thema Missbrauch sei ein „ökumenischer Testfall, bei dem wir uns wehren müssen, wenn sich eine Konfession auf Kosten anderer profilieren will“. Weil die Kirchen in der Öffentlichkeit als „Haftungsgemeinschaft“ wahrgenommen werden, seien vielmehr „koordinierte und konzertierte Aktionen“ notwendig. Und ein Vertreter der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) ergänzte: „Bei Gewalt und Missbrauch ist das Wesen der Kirche als Ort der Liebe Gottes selbst betroffen.“

www.ack-suedwest.de 

Bild und Text: ACK-Südwest

Ökumenische Stolperfallen vermeiden

ACK Südwest veröffentlicht "Checkliste für ökumenische Projekte"

Landau – Welches Glaubensbekenntnis wird bei ökumenischen Gottesdiensten gebetet? Wie ist die finanzielle Beteiligung der beteiligten Gemeinden an gemeinsamen Aktivitäten geregelt? Wie erfährt die Öffentlichkeit, welche Konfessionen an einer ökumenischen Aktion beteiligt waren? Diese und andere Fragen tauchen immer wieder im Vorfeld ökumenischer Veranstaltungen auf und sorgen manchmal für Irritationen. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest hat deshalb die wichtigsten Fragen zu ökumenischen Gottesdiensten, Gemeindefesten und sonstigen gemeinsamen Aktivitäten in einer „Checkliste für ökumenische Projekte“ kompakt und nach Themen gebündelt zusammengefasst. 

Für den Vorsitzenden der ACK – Region Südwest Pastor Dr. Wagner besteht das Ziel der achtseitigen Broschüre darin, „die wichtigsten Fragen aufzulisten, die bei gemeinsamen Projekten zu bedenken sind.“ So könne man mögliche Stolperfallen vermeiden, Haupt- und Ehrenamtliche entlasten und das ökumenische Miteinander vertiefen. Ein besonderes Augenmerk sei auf die Freikirchen und auf die Ostkirchen gerichtet: „Wir wollen mit unserer Checkliste dazu ermutigen, ökumenische Aktionen nach Möglichkeit immer in der Weite aller ACK-Gemeinden vor Ort zu planen und durchzuführen.“ Sein Dank, so Wagner, gelte insbesondere den Delegierten aus fünf Mitgliedskirchen, die die Broschüre im Auftrag der ACK Südwest erarbeitet haben.

 

Die Datei zum Download finden Sie hier: http://www.ack-suedwest.de/index.php?id=6091

Ökumenischer Gottesdienst für Frieden, Gerechtigkeit und Chancengleichheit

Speyer (is/lk). Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Speyerer Dom haben Vertreter der Evangelischen Kirche der Pfalz, des Bistums Speyer und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Südwest die Gebetswoche für die Einheit der Christen eröffnet. Vor zehn Jahren wurde diese Tradition begründet. Der ökumenische Gottesdienst findet jeweils im Wechsel im Dom und in der Gedächtniskirche statt. Die diesjährige Gebetswoche steht unter dem biblischen Wort „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – Ihr sollst du nachjagen“ (Dtn / 5 Mose 16,20a). Die Vorlage wurde von Christen aus Indonesien erarbeitet.

Neben Kirchenpräsident Christian Schad und Bischof Karl-Heinz Wiesemann wirkten Erzpriester Konstantin Zarkanitis von der Griechisch-Orthodoxen Kirche, Pastor Rainer Burkart von der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden sowie Pastor Jochen Wagner, der Vorsitzende der ACK-Südwest, mit. Weiterhin waren Luisa Fischer, Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Speyer, Hermann Lorenz, Synodalpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, sowie Pfarrerin Christine Gölzer von der Protestantischen Dreifaltigkeitskirchengemeinde Speyer und Dompfarrer Matthias Bender von der katholischen Pfarrei Pax Christi Speyer an der Liturgie beteiligt.

„Gerechtigkeit ist kein Besitz, den man – einmal gefunden – für immer in Händen hat. Sie muss stets neu gesucht, errungen, ja erkämpft werden“, sagte Bischof Karl-Heinz Wiesemann in seiner Begrüßung. Wie bei ihrem Symbol, der Waage, komme es darauf an, immer wieder neu unterschiedliche Interessen abzuwägen und miteinander ins Gleichgewicht zu bringen. Es sei der gemeinsame Auftrag von Christen aller Konfessionen, bestehende Ungerechtigkeiten beim Namen zu nennen und sich für eine gerechtere Welt einzusetzen. „Dies gelingt uns umso glaubwürdiger und wirksamer, je mehr wir es gemeinsam, in ökumenischer Verbundenheit tun“, so Bischof Wiesemann. Zum Ruf der Kirche nach mehr Gerechtigkeit in der Welt gehöre auch „die ehrliche Bereitschaft, sich selbst immer wieder kritisch zu hinterfragen und Maß zu nehmen am gütigen und gerechten Gott“.

In seiner Predigt machte Kirchenpräsident Christian Schad den Gläubigen Mut, sich Tag für Tag für Frieden, Gerechtigkeit und Chancengleichheit einzusetzen: „Wer Jesu Wort zutraut, was es sagt, erfährt, wie Gott Gerechtigkeit schafft.“ Dies müsse für alle Menschen gelten – gleich welcher religiösen, kulturellen oder sozialen Herkunft – und betreffe Bildungsgerechtigkeit ebenso wie Gerechtigkeit in der Arbeitswelt und gesellschaftliche Teilhabe. Integration könne nur gelingen, wenn jedem Menschen die gleichen Möglichkeiten offen stünden.

Davon sei die Gesellschaft indes noch weit entfernt, sagte der Kirchenpräsident. Noch immer seien Senioren und Kinder aus sozial schwachen Familien oder mit Migrationshintergrund benachteiligt. „Stützen wir darum die Arbeit von Diakonie und Caritas mit ihren Beratungsstellen.“ Zugleich erteilte Schad Hass, Gewalt, der Verletzung der Menschenrechte und „notorischen Lügnern“ eine klare Absage: „Die Freiheit der einen darf nicht gelebt werden auf Kosten der Freiheit der anderen. Zeigen wir den gegenseitigen Respekt, der in unserer Welt so sträflich vernachlässigt wird.“

Vielfalt müsse nicht Verunsicherung bedeuten, sondern könne bereichern. „So begegnen wir den Ängsten jener, die sich danach sehnen, dass alles wieder sein soll, wie es nie gewesen ist: klar, eindeutig und einfach. Das ist für mich Kirche und gelebte Ökumene“, bekannte der Kirchenpräsident: „Wo wir dem Licht aus der Höhe trauen, der Spur Jesu folgen und auf das Unwahrscheinliche und Gewagte bauen!“ Dies sei viel zu schön, „um nicht wahr zu sein.“

In persönlichen Statements legten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen den Finger in die Wunde, wo lebensfeindliche Strukturen ein gerechtes Zusammenleben erschweren, zum Beispiel durch Benachteiligungen im Bildungssystem, durch ungleiche Arbeitsbedingungen, Überschuldung oder durch Flucht aus dem Heimatland aufgrund von politischen Konflikten oder als Folge des Klimawandels.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes lag in den Händen von Domorganist Markus Eichenlaub und der evangelischen Jugendkantorei unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald.

Quelle: https://www.evkirchepfalz.de/aktuelles-und-presse/pressemeldungen/detail/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2906&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=27eeba13f3beadccfd560afacb0142c3

Ruhepunkt in der hektischen Zeit ACK lädt am 10. Dezember zur Feier des „Ökumenischen Gebets im Advent“ ein

Die 13 Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) – Region Südwest laden zur Feier eines „Ökumenischen Gebets im Advent" ein. Es steht in diesem Jahr unter dem Motto „... mehr als verdient...“ Traditionell wird das Ökumenische Gebet am Montag nach dem Zweiten Advent begangen. In diesem Jahr fällt dieser Termin auf den 10. Dezember. 
Durch die Feier an einem ganz bestimmten Tag soll laut ACK zum Ausdruck kommen, „dass wir als Christinnen und Christen gemeinsam Jesus, den Retter der Welt, erwarten“. Eine ausgearbeitete Gottesdienstvorlage gibt Anregungen für einen ökumenischen Wortgottesdienst in Kirchen, Gemeindehäusern, Schulen, Krankenhäusern, Altenzentren oder auch zu Hause.
Susanne Laun, Delegierte in der ACK Südwest und Leiterin der Abteilung „Besondere Seelsorgebereiche“ im Bischöflichen Ordinariat Speyer, liegt das „Ökumenische Gebet im Advent“ sehr am Herzen.  Seit mehr als zehn Jahren wird es in ihrem Haus in Schifferstadt mit der Familie, mit Freunden und Bekannten gefeiert, und zwar so, wie es die ACK vorsieht: ökumenisch. Denn  zu den zwölf bis 14 Gästen gehören alljährlich nicht nur Katholiken, sondern auch evangelische Gläubige, zu denen auch der Ehemann von Susanne Laun zählt, sowie mennonitische und methodistische Christen. 
„Es geht mir einfach darum, meinen Freunden und Bekannten eine Möglichkeit zur Unterbrechung im Advent zu bieten und damit dem, worum es in dieser Zeit geht, auch Raum zu geben“, unterstreicht die verheiratete Mutter von zwei erwachsenen Söhnen ihr Anliegen. Deshalb ist im Hause Laun in Schifferstadt das Ökumenische Gebet auch Anlass, die Gemeinschaft, das Zusammensein in adventlicher Atmosphäre bei Kerzenschein zu pflegen und zu genießen. „Zunächst feiern wir den Wortgottesdienst, und hinterher gibt es Bratäpfel, alkohol­freier Punsch und Plätzchen“, beschreibt sie den Ablauf. Die Liturgie im heimischen Wohnzimmer wird von einem Freund am Klavier begleitet. Auch das gehört zur Tradition. Vor einigen Jahren hat er der Hausherrin und ihrem Ehemann ein Buch mit deutschen Advents- und Weihnachtsliedern geschenkt, das ebenfalls alljährlich zum Einsatz kommt. 
Die Lieder ergänzen die liturgische Feier, deren Ablauf sich an der ausgearbeiteten Gottesdienstvorlage orientiert.  „Denn ich finde es schön und entlastend, dass man sich reinfallen lassen kann in etwas, was andere erarbeitet haben“, so Laun. 
Was den Termin betrifft, so ist es Susanne Laun wichtig, dass er in der Regel auf den vorgeschlagenen Tag fällt. Auf diese Weise entstehe eine andere Form von Gemeinde mit Gruppen außerhalb der eigenen vier Wände, die zur gleichen Zeit beten – sozusagen eine große ökumenische Gemeinschaft. „Denn Kirche ist für mich immer größer als das, was ich in meinen konfessionellen Grenzen wahrnehme.“
Auch in der protestantischen Kirchengemeinde Schifferstadt wird die Ökumene groß geschrieben. Alljährlich gestaltet sie im Rahmen des lebendigen Adventskalenders der katholischen Gemeinde Herz Jesu möglichst an dem von der ACK vorgeschlagenen Termin einen Abend in der Gustav-Adolf-Kirche mit dem Ökumenischen Gebet. „Das ist eine recht intime Sache“, bekräftigt Pfarrer Michael Erlenwein. „Bei der liturgischen Feier lesen Lektoren die Texte der Vorlage vor, und jemand stimmt die Lieder an.“ Durch die Beleuchtung im Altarraum entstehe eine besondere Atmosphäre. Rund 20 katholische und evangelische Christen würden sich im Schnitt daran beteiligen. „Diese Liturgie ist eine einfache Methode, das ökumenische Miteinander zu leben“, nennt Erlenwein den Vorteil. Sie habe den Charakter eines Stundengebets und sei für ihn eine Art Meditation. 
In der Mennonitengemeinde Enkenbach ist das „Ökumenische Gebet im Advent“ alljährlich fester Bestandteil in den Hauskreisen und Gesprächsgruppen, aber auch in manchen Familien. Allerdings unabhängig vom vorgegebenen Termin, wie Pastor Rainer Burkhart betont. Auch würden die Gruppen nicht unbedingt die komplette ausgearbeitete Gottesdienstvorlage verwenden, sondern häufig auch nur Teile daraus, etwa das Foto für eine Bildbetrachtung. Pastor Burkhart bestellt alljährlich „einen ganzen Packen“ Faltblätter, die er im Gemeindezentrum zum Mitnehmen auslegt. Die Mennonitengemeinde zählt 250 Mitglieder. Die meisten von ihnen leben im 30 bis 50 Kilometer Umkreis von Kaiserslautern. 
Das erste „Ökumenische Hausgebet im Advent“, wie die liturgische Feier ursprünglich hieß, erschien 1984. Der Titel lautete: „In Erwartung“. 2006 erfolgte dann die Umbenennung in „Ökumenisches Gebet im Advent“.pede
Das Faltblatt der Gottesdienstvorlage für das „Ökumenische Gebet im Advent“ kann bei der Paulinus-Verlag GmbH, Postfach 30?40, 54220 Trier, Telefon 0651/4608-121, Telefax 0651/4608-220, E-Mail: buchversand@paulinus- verlag.de bestellt werden. 

„Der Klimawandel ist keine Glaubenssache“

Delegierte der ACK – Region Südwest beschäftigen sich mit dem Thema Schöpfungsverantwortung – Überarbeitete Ordnung der ACK in Kraft gesetzt

Trier – Wie können wir unserem Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, angesichts des voranschreitenden Klimawandels gerecht werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich 30 Delegierte aus den 13 Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest auf ihrer Herbstversammlung in Trier. Sie warben dafür, Wohlstand und gutes Leben für alle neu zu verstehen und mit kleinen Schritten zur Bewusstseinsbildung beizutragen. Ebenso setzten sie im Rahmen des Treffens die überarbeitete Ordnung der ACK Südwest in Kraft.

Gehäufte Wetterextreme sind kein Zufall

Beim Thema Klimawandel gelte es, „Fakten und alternative Fakten“ auseinanderzuhalten, so Prof. Dr. Klaus Fischer. „Wir zinken einen Würfel“, mit diesem anschaulichen Bild wies der Biologe an der Universität Koblenz-Landau darauf hin, dass sich die extreme Häufung heißer Sommer seit Beginn des Jahrtausends nicht durch Zufall erklären lasse. Mit Blick auf die spürbaren Folgen der Erderwärmung, etwa die Abnahme der Eismassen am Nordpol und den Anstieg der Meeresspiegel, stellte er fest: „Der Klimawandel ist keine Glaubenssache, sondern eine Realität“. Deutliche Kritik übte Fischer an den Medien, die durch reißerische Überschriften und Fake-News „ihre Verkaufszahlen steigern“ wollen, wie auch an den Industriekonzernen, die als „Drahtzieher im Hintergrund“ nur ihre eigenen Interessen vertreten. 

Plädoyer für ambitioniertere Klimaziele und für mehr Bildung

Die Folgen des Klimawandels, so Fischer, seien enorm: „Selbst wenn es uns gelingt, die Ziele der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris einzuhalten, haben wir mit den Folgen unseres heutigen Tuns noch mehrere hundert Jahre zu tun.“ In Deutschland müsse mit zunehmender Hitze, Überschwemmungen und heftigeren Unwettern gerechnet werden, die wiederum massive Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen sowie auf die Landwirtschaft und den Tourismus hätten. Weitaus gravierendere Folgen prognostizierte Fischer für andere Regionen der Erde: „Der Klimawandel ist die zentrale Bedrohung für den Frieden in Afrika.“ Im Jahr 2050 sei deshalb weltweit mit ca. 250 Millionen Klimaflüchtlingen zu rechnen. Am Ende stand dennoch ein hoffnungsvolles Resümee: „Eine Lösung ist möglich, aber schwer.“ Notwendig seien ambitionierte Klimaziele, Bildungsmaßnahmen zur Eindämmung des Bevölkerungswachstums und die Lösung der Energieprobleme. In ihren Reaktionen warben die ACK-Delegierten dafür, „Wohlstand und gutes Leben für alle neu zu definieren“, „den Blick auf Gelingendes zu richten, um Lähmungen zu überwinden“, und „in den Gemeinden kleine Schritte zu gehen, die ausstrahlen und bewusstseinsbildend sind“.

Neue Ordnung der ACK-Südwest mit Erweiterung der Aufgaben

Im Rahmen der Delegiertenversammlung wurde ein mehrjähriger Prozess der Überarbeitung der Ordnung der ACK-Südwest erfolgreich zu Ende gebracht. Der Vorsitzende Pastor Dr. Jochen Wagner setzte nach Feststellung der Zustimmung aller Mitgliedskirchen die neue Ordnung in Kraft. In ihr werden neben einigen formalen Anpassungen als neue Aufgaben der ACK das Eintreten für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und die Förderung des interreligiösen Dialogs definiert. 

Daneben befassten sich die 30 ACK-Delegierten mit der Orientierungshilfe der deutschen Bischöfe zum gemeinsamen Kommunionempfang konfessionsverbindender Paare und mit dem Jubiläum 200 Jahre Pfälzische Kirchenunion. Auf den Weg gebracht wurde eine „Checkliste für ökumenische Projekte“, die Gemeinden vor Ort als Hilfestellung für die ökumenische Zusammenarbeit vor Ort dienen soll. Gemeinsame Andachten und der Besuch einer Kunstausstellung zu Problemen, Chancen und Zukunft der Arbeit im Haus am Dom des Bistums Trier rundeten die Versammlung ab.

www.ack-suedwest.de 

Text/Bild: ACK Südwest

Bild: Klaus Fischer bei seinem Vortrag über Fakten und alternative Fakten zum Klimawandel

Ökumenischer Schöpfungstag in Landau am 30. September

Feier des ökumenischen Schöpfungstages 

Vielfältiges Programm auf dem LGS-Gelände geplant – Abschluss der Aktion „Trendsetter und Weltretter“

Landau/Speyer – Mit einem bunten Programm zum Thema faires und umweltgerechtes Konsumverhalten feiern die Kirchengemeinden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Landau einen ökumenischen Schöpfungstag. Am Sonntag, 30. September, gibt es rund um den Kirchenpavillon „himmelgrün“ Informationsmöglichkeiten, Mitmachaktionen und musikalische Beiträge, eingerahmt vom Erntedankgottesdienst der Stiftskirchengemeinde und einem ökumenischen Abschlussgottesdienst. Der Schöpfungstag bildet zugleich den Abschluss der Mitmachaktion „Trendsetter – Weltretter“, die von einem Aktionsbündnis aus Kirche und Politik getragen wird.

Seit 2010 ruft die ACK Deutschland jährlich zur Feier eines ökumenischen Schöpfungstages auf. In diesem Jahr steht er unter dem Motto: Von meinen Früchten könnt ihr leben. Er will an die Sorge Gottes für die Welt erinnern, aber auch an einen fürsorglichen Umgang mit der Schöpfung appellieren. In diesem Anliegen laden alle Kirchengemeinden, die sich in der ACK Landau zusammengeschlossen haben, zu einem Aktionstag auf dem ehemaligen LGS-Gelände ein. Den Auftakt um 11.00 Uhr bildet der Familiengottesdienst der Stiftskirchengemeinde zum Erntedankfest, der von der Landauer Kinderkantorei musikalisch gestaltet wird. Anschließend besteht die Möglichkeit zum Mittagessen. Nachmittags laden der BDKJ Landau und die evangelische Jugend Landau, der Landauer Weltladen, das Team des ökumenischen Cafémobils, der Chor der Wichern-Werkstätte „Manou and friends“ und weitere Gruppen zum Mitmachen, Mitdenken, Mitspielen und Mitsingen ein. 

Den Abschlussgottesdienst um 17.00 Uhr feiern neben Geistlichen aus Landau auch Pfarrer Detlev Besier, Leiter der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz, und Pastoralreferent Steffen Glombitza, Umweltbeauftragter des Bistums Speyer, mit. Denn mit der Feier des Landauer Schöpfungstages wird zugleich die ökumenische Mitmachaktion „Trendsetter – Weltretter“ abgeschlossen, die Bistum und Landeskirche zusammen mit der ACK Südwest (Rheinland-Pfalz/Saarland) und der Landeszentrale für Umweltaufklärung ins Leben gerufen haben. Im Rahmen der Aktion wurden über die ganze Pfalz/Saarpfalz verteilt Kinoabende, ein Repair-Café, eine alternative Modenschau und eine Reihe weiterer Veranstaltungen angeboten. Wer sich zur Aktion angemeldet hatte, erhielt wöchentliche Impulse und jeden Tag eine Aufgabe, die dazu anregen sollten, das eigene Konsumverhalten kritisch in den Blick zu nehmen.

Hinweise:

Es besteht die Möglichkeit, sich mit einem Fahrdienst ab der Stiftskirche zum 11.00-Uhr-Gottesdienst fahren zu lassen. Anmeldung unter Tel. 0 63 41 / 62 08 06.

Bei schlechtem Wetter finden alle Veranstaltungen in der Stiftskirche und im Gemeindehaus (Stiftsplatz 9) statt.

Nähere Infos unter: www.kirchelandau.de, www.trendsetter-weltretter.de 

Zur Feier des Schöpfungstages auf Bundesebene siehe auch: https://www.oekumene-ack.de/aktuell/aktuelle-meldungen/artikel/artikeldetails/gemeinsamer-einsatz-fuer-die-vielfalt-der-schoepfung-dringend-noetig/ 

Kirchen mahnen einen gemeinsamen Aufbruch an

Kaiserslautern (lk). „Gemeinsam voran“: Mit der eindringlichen Mahnung, sich für eine Welt des Friedens, der Gerechtigkeit und der Vergebung und für die Einheit der christlichen Kirchen einzusetzen, haben der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann, der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad sowie weitere Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Kaiserslautern einen ökumenischen Tauferinnerungsgottesdienst gefeiert.

Heute stehe die Gesellschaft politisch und gesellschaftlich in einer ähnlich radikalen Umbruchsituation wie vor 200 Jahren, hob Bischof Wiesemann in seiner Predigt hervor. Das Lebenshaus der Erde sei in seinen Grundfesten bedroht, weil „ein Teil der Menschheit rücksichtslos auf Kosten der anderen und nachfolgender Generationen lebt“. Die Kirchen könnten in tiefer ökumenischer Gemeinschaft mithelfen, das Antlitz der Erde zu erneuern. „Es geht um die Überwindung von Grenzen, die zwischen Menschen, Nationen und Kulturen aufgerichtet sind, und um die Einheit der ganzen Menschheitsfamilie.“ 

Das Unionsjubiläum der Evangelischen Kirche der Pfalz stehe in einer Reihe kirchlicher Ereignisse, bei denen die ökumenischen Partner grundlegend mit einbezogen würden, sagte Bischof Wiesemann. Das zeige deutlich den großen ökumenischen Fortschritt in unserer Zeit. Denn diese Einladungen seien weit mehr als eine Geste der Höflichkeit oder eine Frage des Protokolls. „Sie sind Ausdruck unseres Selbstverständnisses von Kirche.“ Insbesondere konfessionsverbindende Paare und Familien lebten diese Gemeinsamkeit schon heute. „Gerade hier ist die Sehnsucht nach der vollen Einheit, nicht selten unter dem tiefempfundenen Schmerz des Noch-Getrennt-Seins, mitten im Leben verwirklicht.“

„Wir bejahen heute die 1818 vollzogene Union als Antrieb zu neuer ökumenischer Arbeit“, unterstrich Kirchenpräsident Schad in dem Gottesdienst zum Auftakt der Jubiläumsfeier „200 Jahre Pfälzer Kirchenunion“. Im Geist der Union wisse sich die Evangelische Kirche der Pfalz verpflichtet zu geschwisterlicher Gemeinschaft mit allen Christen. „Das Wasser der Taufe macht uns durch Gottes Geist zu Schwestern und Brüdern in dem einen Leib der weltweiten Kirche Jesu Christi. Die Taufe ist das Band der Einheit, das uns über alle konfessionellen Grenzen hinweg mit Christus und untereinander verbindet“, sagte Kirchenpräsident Schad. Höhepunkt der Feier war entsprechend die Erinnerung an die eigene Taufe. Die am Gottesdienst Teilnehmenden wurden mit einem Wasserkreuz bezeichnet, verbunden mit der Zusage: „Du bist getauft auf den Namen des dreieinigen Gottes.“ 

Im Zeichen der Taufe müssten Barrieren und Mauern zwischen den christlichen Kirchen und Gemeinschaften überwunden werden, betonten auch Pastor Jochen Wagner, Vorsitzender der ACK – Region Südwest, und Erzpriester Georgios Basioudis von der griechisch-orthodoxen Metropolie in Deutschland. Ruth Raab-Zerger von der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden erinnerte daran, dass die Neuordnung am Beginn des 19. Jahrhunderts im Geiste der Aufklärung auch große Auswirkungen auf andere Glaubensgemeinschaften gehabt habe. So hätten in dem neuen Freiheitsraum in Deutschland Freikirchen entstehen und ihren Glauben offen und öffentlich bekennen können. Es sei erfreulich, dass heute mit „Ökumene“ alle Christengemeinden und nicht nur die beiden großen Kirchen gemeint seien. 

Der Gottesdienst wurde außerdem von Luisa Fischer, Vorsitzende des Katholikenrates im Bistum Speyer, Pfarrer Jürgen Wienecke von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Dekanin Dorothee Wüst vom Protestantischen Kirchenbezirk Kaiserslautern, Dekan Steffen Kühne vom Katholischen Dekanat Kaiserslautern und dem pfälzischen Synodalpräsidenten Hermann Lorenz mitgestaltet. Die Evangelische Jugendkantorei der Pfalz unter Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald und Domorganist Markus Eichenlaub an der Orgel sorgten für den musikalischen Rahmen. Die Kollekte des Gottesdienstes kommt dem Projekt „Trauerort“ des Ökumenischen Gemeinschaftswerkes Pfalz zugute. 

1818 vereinigten sich in Kaiserslautern die bis dahin getrennten reformierten und lutherischen Gemeinden der Pfalz zu einer gemeinsamen Kirche. Die Pfälzer Kirchenunion entstand, weil die Gemeinden es wollten, sie war eine Basisbewegung. Dies feiert die Evangelische Kirche der Pfalz mit einem Festwochenende vom 7. bis 9. September an den historischen Schauplätzen in Kaiserslautern.

Aktion "Trendsetter Weltretter" eröffnet

Ökumenische Mitmachaktion für einen nachhaltigen Lebensstil – Anmeldungen ab sofort möglich

Ludwigshafen. Am heutigen Samstag ist die Aktion „Trendsetter Weltretter – einfach anders konsumieren“ auf dem Platz der Deutschen Einheit eröffnet worden. Die ökumenische Mitmachaktion für einen nachhaltigen Lebensstil richtet sich an Einzelpersonen und Gruppen, die im Alltag nach Alternativen für einen nachhaltigeren Lebensstil suchen. Los geht es am 1. September, Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Pünktlich um fünf vor zwölf startete die Eröffnungsfeier auf dem Platz der Deutschen Einheit. „Sie sind Pioniere“, rief die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen) den Initiatoren der Aktion zu. Denn mit der Aktion „Trendsetter Weltretter – einfach anders konsumieren“ betreten das Bistum Speyer, die Evangelische Kirche der Pfalz, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest und die Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz Neuland. Gemeinsam haben Sibylle Wiesemann, Klimaschutz-Managerin bei der Evangelischen Kirche der Pfalz, Steffen Glombitza, Umweltbeauftragter des Bistums Speyer, und Bärbel Schäfer, Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche der Pfalz, das vierwöchige Mitmachprogramm entwickelt. Es findet bewusst im Rahmen der ökumenischen „Schöpfungszeit“ statt, die seit vielen Jahren zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober von Christen in vielen Ländern begangen wird.

Glombitza, Wiesemann und Schäfer hoffen, dass ihre Aktion auch in anderen Regionen Nachahmer findet. Es sei sehr wichtig, die Bedeutung eines nachhaltigeren Lebensstils verstärkt ins Bewusstsein der Menschen zu bringen, betonte auch die Umweltministerin. Die Themen Klima und Energie sowie Biodiversität seien die beiden herausragenden Themen der Zeit. Um hier Veränderungen zu erreichen, müsse auch die Politik neue Schritte unternehmen. „Es können nicht nur die Verbraucher die Welt retten“, so Ulrike Höfken. Auch für die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) ist es wichtig, dass für das Thema Nachhaltigkeit vermehrt Sensibilität erzeugt wird.

Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner informierte die rund 60 Gäste dann über die Inhalte der Aktion. „Wir haben vier Themen in vier Wochen: Kleidung, Papier, Elektroartikel und Plastik“, erläuterte er. Die Teilnehmer erhalten über E-Mail oder WhatsApp jeweils eine Wochenaufgabe sowie tägliche Impulse und Ideen für praktische Veränderungen beim Konsum. Die drei Organisatoren haben sich dabei kreative Ideen wie etwa das Gruppen-Plogging einfallen lassen. „Da joggt man in der Gruppe und sammelt gleichzeitig Müll. Das ist Joggen mit Sinn“, erklärt Sybille Wiesemann. Die Veranstalter erbitten von den Teilnehmern Rückmeldungen über die Erfahrungen. Unter allen, die über ihre Erfahrungen berichten, werden attraktive Preise verlost. 

„Dass die Aktion in wenigen Tagen am 1. September startet, ist ein optimaler Zeitpunkt", meinte Pastor Dr. Jochen Wagner, Vorsitzender der ACK Region Südwest, „da durch die zurückliegende Hitzewelle das Thema ‚Klimawandel' endlich auch in Deutschland in größerem Maße wahrgenommen wird."

Der neue Generalvikar des Bistums Speyer, Andreas Sturm, erinnerte an die globale Verantwortung der Christen. „Wir müssen als Christen über den Tellerrand hinausschauen. Es muss allen Menschen gut gehen“, sagte er. Ein erster Schritt dazu könne beispielsweise sein, regional und saisonal einzukaufen. 

Schon vor der offiziellen Eröffnung gab es auf dem Platz der Deutschen Einheit verschiedene Aktionsstände. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) war mit seinem Oldtimer-Wohnmobil „Polli“ gekommen. Die Besucher konnten alte Handys abgeben, die recycelt werden. Beim Trendsetter Weltretter-Quiz konnten sie ihre Kenntnisse über nachhaltiges Verhalten unter Beweis stellen.

Die Evangelische Jugend Ludwigshafen hatte gleich mehrere Aktionsstände aufgebaut. In großen Plexiglas-Säulen konnten die Besucher bunte Bälle werfen und so ihre Meinung zu Fragen wie „Ist Papier besser als Plastik?“ oder „Wird in Deutschland genug zur Müllvermeidung getan?“ zum Ausdruck bringen. Gleich nebenan konnte man ganz praktisch zum Weltenretter werden und so schnell wie möglich eine Wasserball-Weltkugel aufpumpen. Über Alternativen zu Einweg-Plastikgeschirr informierte ein weiterer Stand. Die Band „Small Pint“ begleitete die Eröffnungsfeier musikalisch.

Bis Samstagmittag hatten sich schon 100 Teilnehmer angemeldet – die Organisatoren hoffen nun auf viele weitere Weltretter. Anmeldungen sind über die Internetseite www.trendsetter-weltretter.de möglich. 

Am 30. September wird die Aktion im Kirchenpavillon himmelgrün (www.himmelgruen-landau.evpfalz.de) in Landau auf dem Gelände der ehem. Landesgartenschau um 17:00 Uhr mit einem Gottesdienst abgeschlossen werden. Herzliche Einladung!

Ökumenisches Gebet im Advent 2018

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Erzählcafé konfessionsverbindende Ehepaare

Für eine uneingeschränkte Solidarität mit christlichen Flüchtlingen

Begegnung von Vertretern des Bistums Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz mit Seelsorgern östlicher Kirchen.

Ludwigshafen. Zum dritten Mal kamen Vertreter des Bistums Speyer und der Pfälzischen Landeskirche mit Seelsorgern östlicher Kirchen zusammen. Diese warben für eine „uneingeschränkte Solidarität mit christlichen Flüchtlingen – und zwar jetzt“. Der Austausch zum Thema Jugend und Kirche zeigte, dass nicht nur in der katholischen und evangelischen Kirche, sondern auch in der Orthodoxie Jugendliche immer schwerer einen Zugang zu ihrer Kirche finden.

Nicht zulassen, dass Populisten unsere Werte bestimmen
„Es reicht nicht mehr, dass wir einzelnen Flüchtlingen helfen“, so Fuat Demir, Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft Orientalischer Christen. Er verwies auf zahlreiche Fälle, in denen Christinnen und Christen bereits vor vielen Jahren nach Deutschland geflohen sind und nach wie vor keine Bleibeperspektive hätten. Mit Blick auf das Thema Familiennachzug appellierte Demir: „Lasst uns helfen, dass Flüchtlinge und ihre Familien wieder zusammenkommen, und geben wir Populisten nicht die Chance, unsere Werte zu bestimmen.“ Nur so könnten Traumatisierungen von Geflüchteten überwunden werden. Sowohl von den Großkirchen als auch vom Staat erhoffe man sich konkrete und wirksame Zeichen der Solidarität.

In diesem Zusammenhang warb Dirk Wachsmann, Geschäftsführer des Malteser-Hilfsdienstes im Bistum Speyer, für die Stellenangebote der Malteser, die auch für Angehörige östlicher Kirchen offen seien: „Gemäß unserem Motto: Den Glauben bezeugen und Hilfe den Bedürftigen, freuen wir uns, wenn sich Christinnen und Christen auch aus anderen Konfessionen bei uns haupt- und ehrenamtlich engagieren wollen und so ihren Glauben leben.“

Für eine christliche Verkündigung jenseits der Mauern der Kirche
„Die Kirche ist für viele Jugendliche ein Buch mit sieben Siegeln“, mit diesen Worten beschrieb Domkapitular Franz Vogelgesang das schwierige Verhältnis von Kirche und Jugend. Dass dies auch in orthodoxen Kirchen nicht anders ist, erläuterte Elisabeth Kurt, verantwortlich für die Jugendarbeit in der syrisch-orthodoxen Gemeinde Worms: „Die Haltung, der Glaube bringt mir nichts, ist auch unter unseren Jugendlichen weit verbreitet“. Mit Gruppenstunden und Messdienerarbeit versuche man, Kinder und Jugendliche an den Glauben und an die eigene Kirche heranzuführen. Auch wenn Jugendliche immer seltener den Kontakt zur Kirche suchten, zeigten sich doch alle Teilnehmer an der Begegnung überzeugt, dass junge Christinnen und Christen nach wie vor offen für den Glauben sind. 

Pfarrer Arne Dembek, Beauftragter der Pfälzischen Landeskirche für Christen anderer Sprachen und Herkunft, verwies darauf, dass Migranten, die in zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben, in besonderer Weise auf der Suche nach ihrer eigenen Identität sind und dabei auch die eigene Glaubenstradition kritisch hinterfragten. Für eine Kirche, die in die Lebenswelten der Menschen eintaucht, warb Erzpriester Georgios Basioudis von der griechisch-orthodoxen Gemeinde Mannheim: „Christliche Verkündigung geschieht nicht nur in der Kirche und in theologischer Sprache, sondern auch durch unsere Präsenz bei öffentlichen Anlässen oder beim Fußballspiel mit Jugendlichen“. 

Zu Gast in der griechisch-orthodoxen Gemeinde Ludwigshafen
Gastgeber der Begegnung war die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde Mariä Verkündigung in Ludwigshafen. Olga Papazoglou berichtete von den „aufregenden Jahren des Beginns“, als seit 1973 griechisch-orthodoxe Christinnen und Christen aus der Region Ludwigshafen in wechselnden Kirchen ihre Gottesdienste feierten. Dass man 2007 vom Bistum Speyer die katholische Marienkirche erwerben konnte, sei für die Gemeinde ein „Wunder“ gewesen. Die Kirche mit ihren Gemeinderäumen sei seitdem ein „zweites Zuhause“ für ca. 4.000 orthodoxe Gläubige wie auch für viele griechische Kultur- und Sportvereine. Besonders stolz sei man darauf, dass man die Kirche allein mit Spenden nach und nach mit Ikonen ausschmücken könne. „Uns ist es aber auch wichtig, ein offenes Haus für Angehörige anderer orthodoxer Kirchen und anderer christlicher Konfessionen zu sein“, betonte Papazoglou.

Text und Bild: Bistum Speyer

Mitmachaktion für einen nachhaltigen Lebensstil

Speyer (lk/is). Das Bistum Speyer, die Evangelische Kirche der Pfalz, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Region Südwest und die Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz starten im September gemeinsam die Aktion „Trendsetter Weltretter – einfach anders konsumieren“. Am Donnerstag, 3. Mai, findet von 10 bis 16 Uhr in der evangelischen Jugendbildungsstätte Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim ein Studientag für Interessierte und Multiplikatoren statt.

„Wir alle wissen es: Es steht nicht gut um unseren Planeten“, erklären die Umweltbeauftragten des Bistums Speyer, Steffen Glombitza, und der Evangelischen Kirche der Pfalz, Bärbel Schäfer. Sie haben die Idee einer ökumenischen „Mitmachaktion“ in der Schöpfungszeit entwickelt. „Mit der Aktion wollen wir einladen, im Alltag Ungewohntes auszuprobieren und Alternativen zu suchen. Es geht darum, neue und andere Trends zu setzen, damit alle gut leben können.“ 

Jeder könne seinen Teil dazu beizutragen, damit „künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind als wir selbst, fordert Michael Borger vom Landesjugendpfarramt, das Mitveranstalter des Studientages ist, zur Teilnahme auf. „Für die Lebenssituation künftiger Generationen ist es von großer Bedeutung, ob es uns gelingt, einen nachhaltigeren Lebensstil zu pflegen.“ Sibylle Wiesemann von der evangelischen Arbeitsstelle Frieden und Umwelt ergänzt: „Wir können uns den Alltag spannend machen, indem wir Neues ausprobieren und sinnvolle Herausforderungen suchen.“

Der Fokus richte sich in diesem Jahr besonders auf den Konsum von Plastik, Elektrogeräten, Kleidung und Papier. Die Aktion werde in den nächsten Jahren mit anderen Schwerpunkten weitergeführt. Zum Mitmachen sind Einzelpersonen und Gruppen eingeladen. Sie erhalten für jede der vier Wochen per Webseite, Email oder WhatsApp-Nachricht eine Wochenaufgabe und tägliche Ideen für praktische Veränderungen. Mit einer eigenen Internetseite, die ab Juli im Netz steht (www.trendsetter-weltretter.de), wollen die Veranstalter möglichst viele Menschen zur Teilnahme an der Aktion motivieren. Eine Anmeldung ist ab Juli über die Homepage möglich.

Die Aktion „Trendsetter Weltretter“ wird am 18. August vor der Rheingalerie in Ludwigshafen eröffnet. Geplant sind im September unter anderem eine Modenschau mit fairer Kleidung und ein Erlebnistag zu Wald, Papier und Schöpfungsverantwortung, außerdem Filmvorführungen und Veranstaltungen zu den Themen „Reparieren statt wegwerfen“ und „Unser Plastik in den Ozeanen“. Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Pavillon der Kirchen auf dem Gelände der Landesgartenschau in Landau wird die Aktion „Trendsetter Weltretter“ am 30. September ihren Abschluss finden. 

Hinweis: Anmeldung zum Studientag am 3. Mai beim Protestantisches Landesjugendpfarramt, Unionstraße 1, 67657 Kaiserslautern, Telefon: 0631/3642-001, E-Mail: info@evangelische-jugend-pfalz.de

Kontakt: Bistum Speyer, Umweltbeauftragter Steffen Glombitza, Telefon: 06842/7060205, E-Mail: umweltbeauftrager@bistum-speyer.de und Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz, Umweltbeauftragte Bärbel Schäfer, Telefon 06232/6715-19, E-Mail: schaefer@frieden-umwelt-pfalz.de.

Mehr zum Thema ab Juli 2018 auf der Website: www.trendsetterweltretter.de.

Text und Bild: Ev. Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)

Zum Artikel des Bistums Speyer siehe auch: https://www.bistum-speyer.de 


"Ökumene: Im Anderen Gottes Angesicht begegnen"

Delegierte der ACK-Südwest tauschen sich mit Vertretern der Neuapostolischen Kirche aus -
Bischof Damian gibt einen Einblick in die Situation koptisch-orthodoxer Christen

Ebernburg – „Im Anderen Gottes Angesicht begegnen!“, dazu rief Pastor Dr. Jochen Wagner, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest, die Delegierten aus 14 (Gast-)Mitgliedskirchen auf, die auf der Ebernburg zu ihrer Frühjahrsversammlung zusammengekommen waren. Als Gäste waren hochrangige Vertreter der Neuapostolischen Kirche (NAK) geladen, die ihre Hoffnung auf eine engere ökumenische Zusammenarbeit mit der ACK ausdrückten. Der koptisch-orthodoxe Bischof Anba Damian berichtete eindrücklich, wie Angehörige seiner Kirche in ihrem Heimatland Ägypten unterdrückt werden, und bat die ACK-Kirchen um ihre Unterstützung.

Die Neuapostolische Kirche auf dem Weg aus der Isolation

„Seit den 1990er Jahren haben wir die selbstgewählte Isolation aufgegeben“, so der neuapostolische Bischof Peter Johanning. Zusammen mit Apostel Clement Haeck gab er den Delegierten der ACK-Südwest einen Überblick über seine Kirche. Wie alle Kirchen stehe auch die NAK „auf dem Boden der Heiligen Schrift“ und verstehe sich als „Teil der einen Kirche Jesu Christi“. Anders als früher sei man heute überzeugt, dass „auch in anderen Kirchen der Heilige Geist lebt und wirkt“. Für die überwältigende Mehrheit der NAK gelte: „Ich möchte kein Sektierer sein“. Die Lehre von der baldigen Wiederkunft Christi, die in der NAK eine große Rolle spiele, ermögliche es den Gläubigen seiner Kirche, so Johanning, „hoffnungsfroh und sicher“ in die Zukunft zu gehen. Der Weltanschauungsbeauftrage des Bistums Trier Matthias Neff zeigte sich tief beeindruckt von der ökumenischen Öffnung der NAK wie auch von der „Offenheit und Ehrlichkeit, mit der die NAK Gespräche mit anderen Kirchen führt“. Und die Geschäftsführerin der ACK Deutschland Dr. Elisabeth Dieckmann ergänzte, dass auch die ACK-Kirchen einen „Lernprozess“ durchlaufen haben, „um ihre Vorurteile zu überdenken“. Für die kommenden Jahre stellte sie eine Gastmitgliedschaft der NAK in der Bundes-ACK in Aussicht.

Den Geist der Solidarität mit verfolgten Christen stärken

„Zweites Jerusalem, Märtyrerkirche und Ursprung des mönchischen Lebens“, so charakterisierte Bischof Anba Damian mit sichtlichem Stolz seine in Ägypten beheimatete koptisch-orthodoxe Kirche. Umso schlimmer sei es, dass die Kopten in ihrer angestammten Heimat als „Bürger dritter Klasse“ behandelt werden und „ununterbrochener Gewalt“ ausgesetzt seien. Damian, einer von zwei koptisch-orthodoxen Bischöfen in Deutschland, berichtete von getöteten Christen, zerstörten Kirchen und Überfällen auf Privathäuser, aber auch davon, dass Täter vom Staat nicht zur Rechenschaft gezogen werden: „Wir erleben einen Hass ohne Grenzen“. Angesichts dessen plädierte er für „ein Leben in Würde und ein friedliches Miteinander“. Diakon Dr. Bishoy Soliman, der die koptisch-orthodoxe Gemeinde in Kaiserslautern betreut, wies darauf hin, dass Kopten, die nach Deutschland geflohen sind, zunehmend von „gewaltsamer Abschiebung“ bedroht sind. Bischof Damian rief die Delegierten deshalb dazu auf, „die Gemeinsamkeiten neu zu entdecken, den Geist der Solidarität zu stärken und den Menschen gemeinsam das Licht der Erkenntnis zu bringen“. Ebenso bat er um konkrete Unterstützung, etwa durch Ausbildungsplätze für koptische Flüchtlinge oder durch Spenden von Hilfsgütern.

Feier des Ökumenischen Schöpfungstages 2020 voraussichtlich in Landau

Im weiteren Verlauf ihrer Versammlung blickten die Delegierten auf den Reformationstag 2017 zurück, der in Saarbrücken, Speyer und vielen anderen Orten mit ökumenischer Beteiligung gefeiert worden ist. Pastor Dr. Wagner lud die Delegierten zum Gebet für den kranken, mittlerweile verstorbenen Kardinal Karl Lehmann ein. Vereinbart wurde, dass es in den kommenden Tagungen vor allem um das Thema Schöpfungsverantwortung gehen soll – in Vorbereitung auf die zentrale Feier des Ökumenischen Schöpfungstags im Herbst 2020, die voraussichtlich in Landau unter Mitwirkung der ACK-Südwest stattfinden wird.

Text: ACK-Südwest
Bilder: Renate Thesing

erd-verbunden

ökumenisch-geistlicher Weg zur Schöfpung im Antropozän

Mit "erd-verbunden" wurde ein weiterer ökumenisch-geistlicher Übungsweg zu einem aktuellen Thema initiiert und in einer ökumenischen Arbeitsgruppe (Bistum Speyer, Evangelische Kirche der Pfalz, ACK-Region Südwest, missio-Internationales Katholisches Missionswerk, Ludwig Missionsverein KdöR, Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V., Ökumenischer Prozess "Umkehr zum Leben - den Wandel gestalten") verfasst. Ein spirituelles Überungsheft gibt jeweils über einen Zeitraum von vier Wochen Impulse für die tägliche Einzelbetrachtung; ein Begleitheft für Gruppenverantwortliche bietet Anregungen für die Gestaltung fünf wöchentlicher Treffen in der Gruppe. Zu Übungs- und Begleitheft werden weiterführende Materialien und hilfreiche Vorlagen erstellt, die uns auf dem Weg begleiten.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten beim Institut für kirchliche Fortbildung!

Der Flyer zum Download.


Fürbittkalender des ÖRK

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen
in Rheinland-Pfalz und im Saarland
Geschäftsstelle
Pfarrerin Stefanie Schlenczek
Anschrift: Westbahnstr. 4, 76829 Landau
Tel.: 06341/9289-11, Fax: 9289-25
Web:  www.ack-suedwest.de
eMail: buero(at)nospamack-suedwest.de

Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Mittwoch, 16. Oktober 2019

Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben. 1. Mose 24,56

Jesus sah einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm. Matthäus 9,9