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Multireligiös feiern – „mit Vertrauen und Fingerspitzengefühl“

Delegiertenversammlung der ACK-Südwest mit Studientag zu multireligiösen Feiern – Kirchenpräsident Schad zieht erste Bilanz des Reformationsjubiläums – Pastor Dr. Wagner als Vorsitzender wiedergewählt

Ludwigshafen – Etwa 30 Delegierte und Beobachter aus den Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Rheinland-Pfalz und im Saarland kamen im Heinrich Pesch Haus Ludwigshafen zu ihrer Herbstversammlung zusammen. Neben Vorstandswahlen und einer Begegnung mit Kirchenpräsident Schad (Evangelische Kirche der Pfalz) stand ein Studientag zu gemeinsamen Gebetsfeiern mit anderen Religionen auf dem Programm. Dazu hatte die ACK-Südwest auch Gäste aus den lokalen ACKs in Rheinland-Pfalz und im Saarland eingeladen.

Mit der Frage nach der theologischen Grundlage und konkreten Formen multireligiöser Feiern, so der Vorsitzende Pastor Dr. Jochen Wagner, befasse sich die ACK-Südwest mit einem „gesellschaftlich sehr relevanten Thema“. Als Referentin konnte er Susanna Faust-Kallenberg begrüßen, Pfarrerin für den interreligiösen Dialog in Frankfurt am Main. Faust-Kallenberg verwies eingangs auf die „schwierige Beziehungsgeschichte“ von Christen und Muslimen, die von Zeiten der „Ignoranz, des Monologs und des Schweigens, aber auch der kritischen Auseinandersetzung“ geprägt gewesen sei. Auf der Grundlage gemeinsamer Wurzeln sei es heute möglich, dass Christen und Muslime sich gastweise zu ihren Gottesdiensten einladen oder dass bei multireligiösen Feiern „jeder in Anwesenheit des anderen betet“. Voraussetzungen dafür seien, „sich darauf einzulassen, dass die Religionen gleichberechtigt in der Öffentlichkeit auftreten“, und einander „mit Vertrauen, offen und dialogbereit“ zu begegnen. In Workshops hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich über ihre Erfahrungen mit gemeinsamen Trauungen und Bestattungen oder mit öffentlichen (Friedens-)Gebeten auszutauschen. Dabei machte eine Teilnehmerin deutlich, „wie wichtig es im Vorfeld ist zu wissen, mit wem man es zu tun hat“, und welches „Fingerspitzengefühl“ bei der Auswahl des Ortes, der Texte und der gemeinsamen Texte nötig ist.

Im Rahmen ihrer Versammlung hatten die ACK-Delegierten Kirchenpräsident Schad zu einem Kamingespräch eingeladen und ihn um eine erste Bilanz des Reformationsjubiläums gebeten. Für Schad ist 2017 zunächst ein Ökumenejubiläum. Mit dem „emotional anrührenden Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Otterberg“ und weiteren ökumenischen Akzenten sei es gelungen, die Erinnerung an den Beginn der Reformation gemeinsam als Christusfest zu feiern. Er erhoffe sich, dass das Reformationsjubiläum „ein Impuls für eine vertiefte Ökumene“ sei. 2017, so der oberste Vertreter der Pfälzischen Landeskirche weiter, könne auch als Glaubensjubiläum verstanden werden, das „für viele ein Anlass war, neu nach Gott zu fragen und sprachfähig im Glauben zu werden“. Ebenso sei es gelungen, die Erinnerung an den Beginn der Reformation als Beteiligungsjubiläum zu feiern. Schad berichtete, dass viele Gemeinden, Gruppen und Chöre die Chance genutzt hätten, sich in die Feierlichkeiten einzubringen. Schließlich feiere man ein Kulturjubiläum. Der Staat und die Bundesländer hätten ein „großes Interesse am Reformationsjubiläum“ gezeigt. Mit Ausstellungen, Konzerten sowie Kirchenkulturtagen habe man weit in den gesellschaftlichen Bereich hinein gewirkt.

Turnusgemäß wählten die ca. 30 Delegierten einen neuen Vorstand. Als Vorsitzender wurde Pastor Dr. Jochen Wagner vom Bund Freier evangelischer Gemeinden bestätigt. Ihm stehen künftig Anna Werle, Ökumenereferentin des Bistums Trier, und Superintendentin Jutta Walber von der Rheinischen Landeskirche als Stellvertreterinnen zur Seite. Den Vorstand komplettieren Dr. Thomas Stubenrauch, Ökumenereferent des Bistums Speyer, als beratendes Mitglied und Pfarrerin Stefanie Schlenczek von der Pfälzischen Landeskirche als Geschäftsführerin. Die Delegierten dankten dem bisherigen Vorstand, vor allem auch den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Superintendent Horst Hörpel und Horst Drach sowie dem bisherigen Geschäftsführer Pfarrer Thomas Borchers, für ihre „Achtsamkeit für das, was ökumenisch ansteht“, sowie dafür, dass sie den Ökumenischen Kirchentag 2015 in Speyer, das Reformationsjubiläum 2017 und viele andere Gelegenheiten „gut genutzt haben, um die Anliegen der multilateralen Ökumene nach außen zu tragen“.

Text: ACK-Südwest – Fotos: Renate Thesing

Ökumenisches Gebet im Advent 2017

Das Ökumenische Gebet 2017 der ACK Region Südwest ist erschienen und kann bestellt werden.

"farben.leuchten.transparent" ist sein Titel.

Weitere Informationen: Ökum. Gebet 2017

"zusammen wachsen"

ökumenisch-geistlicher Weg 500 Jahre Reformation

Machen Sie sich auf den Weg!
Mit dem geistlichen Übungsweg „zusammen wachsen“, der Sie vier Wochen lang im Jahr des Reformationsjubiläums und -gedenkens begleiten kann.
Ausgangspunkt für die Exerzitien ist das Jubiläum und Gedenken an 500 Jahre Reformation. Im Mittelpunkt stehen deshalb zentrale Themen der Reformationszeit wie Gnade, Rechtfertigung und Versöhnung. Als Anregung für die persönliche Meditation und die Gruppentreffen dienen vor allem Texte aus der Heiligen Schrift.
Zu Wort kommen aber auch Martin Luther und andere Reformatoren, Stimmen aus der gemeinsamen vorreformatorischen Zeit, aus der katholischen Reformbewegung, aus anderen kirchlichen Traditionen (zum Beispiel aus der Täuferbewegung) sowie aus der Ökumene heute.
Als Zeitraum bieten sich vor allem die Fasten-/Passionszeit oder die Wochen vor dem Reformationstag am 31. Oktober 2017 an.

Weitere Informationen:
http://www.institut-kirchliche-fortbildung.de/

 

 


Fürbittkalender des ÖRK

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen
in Rheinland-Pfalz und im Saarland
Geschäftsstelle
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Anschrift: Westbahnstr. 4, 76829 Landau
Tel.: 06341/9289-11, Fax: 9289-25
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eMail: buero(at)nospamack-suedwest.de

Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Freitag, 15. Dezember 2017

Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden. Jesaja 54,4

Durch den Glauben verließ Mose Ägypten und fürchtete nicht den Zorn des Königs; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn. Hebräer 11,27