Willkommen bei der ACK-Region Südwest

 

 

 

Fahrradpilgerweg zur Vollversammlung des ÖRK

Das ist das Thema der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, der sich vom 31.8. - 8.9. 2022 zum ersten Mal seit seiner Gründung in Deutschland trifft, übrigens ganz in der Nähe, nämlich in Karlsruhe. Der Ökumenische Rat der Kirchen (kurz: ÖRK; auch Weltkirchenrat; englisch World Council of Churches, WCC) mit Sitz in Genf wurde am 1948 in Amsterdam gegründet und gilt seitdem als zentrales Organ der ökumenischen Bewegung. Er ist ein weltweiter Zusammenschluss von 352 evangelischen und orthodoxen Mitgliedskirchen in mehr als 120 Ländern auf allen Kontinenten der Erde. Diese vertreten 580 Mio. Christinnen und Christen. Die Römisch-Katholische Kirche sendet übrigens nur Beobachter zu diesem Treffen.

Im Kongresszentrum Karlsruhe finden die offiziellen Sitzungen statt. In Bibelarbeiten, Gottesdiensten, Gebeten und Andachten, die sich vorrangig mit biblischen Texten zu den Themen der Liebe Christi beschäftigen, werden die unterschiedlichen Traditionen deutlich. Im gemeinsamen Singen und Musizieren sowie im Austausch über biblische Texte in kleineren Gruppen erleben die Teilnehmenden die Glaubenstraditionen der verschiedenen Erdteile. Herz der Vollversammlung ist der „Brunnen“. In diesem auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Zentrum der Vollversammlung auf dem Festplatz kann man sich über den ÖRK sowie die aktuellen Themen informieren, diskutieren und Menschen aus aller Welt begegnen. Details zum Programm und Mitmachen findet man unter: https://www.karlsruhe2022.de/vollversammlung.

Eine Möglichkeit, sich an der Ökumene zu beteiligen, bieten die verschiedenen Fahrradpilgerwege. Einer beginnt im Ruhrgebiet führt über Bonn und Koblenz schließlich nach Worms, um dort in den Bereich der Evangelischen Kirche der Pfalz und des Bistums Speyer überzugehen.

Folgende Stationen dieses Fahrradpilgerweges stehen fest:

17.7. 2022 Wormser Dom, Abfahrt um 13 Uhr zum Ökumenischen Gemeindezentrum Pilgerpfad Frankenthal

17.7. 2022 ÖGZ Frankenthal, Abfahrt um ca. 14.15 Uhr nach einer Andacht nach Ludwigshafen. Ankunft und Staffelübergabe dort ca. 16 Uhr am Lutherplatz

Samstag, 23.7. 2022 Ludwigshafen, Start um 14 Uhr an der St. Ludwigskirche, Wredestr. 24 – Speyer, Dom. Ankunft gegen 18 Uhr

Sonntag, 07.08.2022 Treffen um 10 Uhr an der St. Laurentiuskirche in Schifferstadt (Jägerstraße 14) zur Fahrt nach Speyer auf den Domplatz.  Um 11 Uhr Start am Domplatz zur Weiterfahrt in Richtung Germersheim

Die genaue Ankunftszeit in Germersheim hängt noch etwas vom Streckenverlauf und einer möglichen Zwischenstation ab

 31.8.2022 Wörth – Karlsruhe mit der Übergabe des Staffelstabes; hier schließt sich der von Norden kommende Fahrradpilgerweg dem Fahrradpilgerweg aus Saarbrücken an.

Zur Teilnahme am Fahrrad-Pilgerweg wird herzlich eingeladen. Anmeldungen sind möglich bei den Verantwortlichen vor Ort oder über  Martin Henninger, den Geschäftsführer der ACK Südwest, Tel. 06233 – 8897568 bzw. pfarrer.henninger(at)t-online.de

Die Liebe Gottes versöhnt und eint die leidende Schöpfung - 2022

Gottesdienstheft zum Ökumenischen Tag der Schöpfung 2022

Das Gottesdienstheft zum diesjährigen Ökumenischen Tag der Schöpfung ist auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland zum Download und zur Bestellung verfügbar.

 

 

 

 

 

Ökumenische Vergewisserung der Kirchen vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine – Digitale Delegiertenversammlung der ACK Südwest

Zweimal im Jahr treffen sich die Delegierten der ACK Südwest im Rahmen einer Delegiertenversammlung. Vertretene Kirchen sind neben den Bistümern Speyer und Trier sowie den Evangelischen Kirchen in der Pfalz und im Rheinland die Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Mennonitengemeinden, die Herrnhuter Brüdergemeine, die evangelisch-methodistische Kirche, die altkatholische Kirche, die griechisch-orthodoxe Kirche, die selbstständig evangelisch-lutherische Kirche (SELK), der Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden, der Bund freier evangelischer Gemeinden, der Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden, der koptisch-orthodoxen Kirche und die Neuapostolische Kirche. 

Die diesjährige Frühjahrsvollversammlung fand am 17. und 18. März digital statt. Dabei zog sich der Krieg in der Ukraine, die Stellungnahmen der einzelnen Kirchen, die jeweiligen Unterstützungs- und Hilfsangebote und nicht zuletzt das Gebet um den Frieden wie ein roter Faden durch die beiden Tage.

Freikirche der Siebenten-Tage-Adventisten: Antrag auf Gastmitgliedschaft

Ralf Schönfeld und Robert Hertig von der Freikirche der Siebenten-Tage-Adventisten stellten in einer Präsentation historische und theologische Grundlagen, Strukturen und aktuelle Herausforderungen ihrer Kirche dar. Einstimmig wurde das Votum, die sie als Gäste in die ACK Südwest aufzunehmen, angenommen. Eine endgültige Zustimmung wird nun bei den einzelnen Mitgliedskirchen eingeholt.

Fortführung des Schwerpunktthemas Eucharistie/Abendmahl

Zunächst eröffnete Domdekan Dr. Christoph Kohl durch ein persönlich und biografisch geprägtes Referat „Gemeinsam am Tisch des Herrn!? -  Überlegungen zu Ziel und Weg“ das Thema und lud die Teilnehmenden anschließend dazu ein, anhand vorbereiteter Fragen das eigene Verständnis von Eucharistie/Abendmahl zu reflektieren und die von ihm genannten Chancen und Herausforderungen des gemeinsamen Mahles in Kleingruppen zu vertiefen. In der sich anschließenden Aussprache im Plenum zeigte sich, wie einerseits die Frage nach den Voraussetzungen zur Mahlgemeinschaft als auch die Verhältnisbestimmung des Mahles als Ziel der Einheit oder Mittel auf dem Weg der Einheit die Vielfalt der einzelnen Kirchen abbildet.

Abendliches Kamingespräch mit Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst (Evangelische Kirche der Pfalz)

Am Abend hatten die Delegierten die Möglichkeit, mit Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst aus der Pfälzischen Landeskirche ins Gespräch zu kommen. Neben der Herausforderung, auch in einer Zeit des Rückbaus und Verlustes von bisherigen Selbstverständlichkeiten als christliche Gemeinschaft Botschafter*innen einer frohen Botschaft zu bleiben, ermutigte sie zu einem auch ökumenisch offenen Kirchenbild weg vom Haus mit Eigentumswohnungen hin zur Wohngemeinschaft mit offenen Türen. Gleichzeitig machte sie deutlich, wie wichtig der Beitrag und die Haltung von Christinnen und Christen auch im Blick auf die oft polarisierten gesellschaftlichen Diskurse sei, auch wenn sich oft keine ethisch einwandfreie Lösung zeige.

Information zur Vollversammlung des ÖRK in Karlsruhe

Wenn auch aufgrund der derzeitigen Rahmenbedingungen (Corona, unterschiedliche Impfbedingungen, erschwerte Visazugänge etc.) die Zahl der endgültigen internationalen Teilnehmer*innen in Karlsruhe noch variiert, wird die Vollversammlung stattfinden und zu verschiedenen Veranstaltungsformaten einladen. Dabei stehen Themen wie Umwelt und Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden, Interreligiosität, Mission und Ekklesiologie, Gender und Diversität sowie etwa das gerade im Blick auf Europa wichtige Thema der Versöhnung im Mittelpunkt. Es wird für interessierte Gemeinden und andere Gruppen verschiedene Materialien zur Vorbereitung geben. Auch für Tagesbesucher gibt es eine Möglichkeit der Teilnahme. (https://www.oikoumene.org/de/about-the-wcc/organizational-structure/assembly) Zudem wird ein Fahrrad-Pilgerweg „Ökumene am und im Fluss“ angeboten. Nähere Informationen sind über die Geschäftsstelle der ACK-Südwest in Landau (www.ack-suedwest.de) erhältlich.

Die Delegiertenversammlung endete mit einem Wort auf den Weg.

 

Susanne Laun

„Gemeinsam Gottes Liebe Wirklichkeit werden lassen“

Superintendentin Jutta Walber zur neuen Vorsitzenden der ACK Südwest gewählt – Delegierte rufen Gemeinden zum Gedenken und Gebet für die Opfer der Corona-Pandemie auf

Landau – „Zu einem respektvollen und geschwisterlichen Umgang und zur Bereitschaft, aufeinander zu hören und voneinander zu lernen“, hat die neue Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest, Superintendentin Jutta Walber von der Evangelischen Kirche im Rheinland, aufgerufen. Als ihre Stellvertreter wurden Pastoralreferentin Anna Werle, Ökumenereferentin des Bistums Trier, und Pastor Jürgen Tibusek vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) gewählt.

 

Für einen wertschätzenden Umgang auf Augenhöhe in der Ökumene

„Unser Auftrag ist es, gemeinsam Gottes Liebe in der Welt Wirklichkeit werden zu lassen“, mit diesen Worten stellt sich Jutta Walber den Delegierten aus zwölf Mitglieds- und zwei Gastkirchen der ACK in Rheinland-Pfalz und im Saarland vor. Die neue Vorsitzende ist Pfarrerin der Rheinischen Landeskirche und seit 2015 Superintendentin des Kirchenkreises Obere Nahe. Ihre Stellvertreterin Anna Werle warb für einen „wertschätzenden Umgang auf Augenhöhe“ in der Ökumene. Neben ihrer Tätigkeit als Ökumenebeauftragte der Diözese Trier arbeitet Werle als Pastoralreferentin im Dekanat Simmern Kastellaun und engagiert sich dort insbesondere in der Flüchtlingsarbeit. „Wir müssen uns in der Ökumene unmittelbar untereinander austauschen und dürfen nicht nur aus zweiter Hand vom anderen hören“, davon zeigt sich Jürgen Tibusek überzeugt, der als Vertreter der Freikirchen und der Orthodoxie den Vorstand komplettiert. Der Pastor einer Baptistengemeinde in Remagen ist zugleich beim Landesverband Südwest des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden angestellt. Zusammen mit der hauptamtlichen Geschäftsführerin Stefanie Schlenczek, Pfarrerin der Evangelischen Kirche der Pfalz, wird das neugewählte Vorstandsteam in den kommenden drei Jahren die Geschicke der ACK Südwest leiten. Aus dem Vorstand verabschiedet wurde Thomas Stubenrauch, der seit 2012 Ökumenereferent des Bistums Speyer war. In seinen Abschiedsworten betonte er die Bedeutung der multilateralen Ökumene: „Die ACK ist mehr als die Summe ihrer Mitglieder. Gemeinsam stellen wir Kirche vollkommener dar, als es unsere oft sich abgrenzenden Konfessionen alleine können.“

Ökumene als unterstützende Ressource

Schwerpunktthema der Delegiertenversammlung waren Erfahrungen während der COVID-19-Pandemie. Dazu stellte Prof. Dr. Wolfgang Beck Ergebnisse des Forschungsprojekts CONTOC (Churches Online in Times of Corona) vor, das 2020 eine internationale und ökumenische Umfrage unter 6.500 hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern durchgeführt hat. Für den katholischen Theologen macht die Corona-Krise die „kommunikativen, ästhetischen und theologischen Defizite“ seiner eigenen und anderer Kirchen sichtbar. Aus der Umfrage ergeben sich für Beck mehrere drängende Fragen: „Wie kann ein Bewusstsein für digitale Kirchorte geschaffen werden? Wie kann eine bislang binnengemeindliche Pastoral zu einer gemeinwohlorientierten weiterentwickelt werden? Wie können Vorbehalte der Kirchenleitungen gegenüber sozialen Medien zugunsten einer Kultur der Ermutigung überwunden werden?“ Der Hochschullehrer an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt warb für eine „binneninstitutionelle Dienstleistungskultur in allen Kirchen, um die Gemeinden vor Ort zu unterstützen“. Auch sprach Beck sich dafür aus, die Ökumene „nicht nur als kirchliches Handlungsfeld, sondern als unterstützende Ressource“ zu entdecken.

Aufruf zum Corona-Gedenken in den Gemeinden

Einstimmig machten sich die über 30 Delegierten der ACK-Südwest eine Initiative des Bistums Speyer und der Pfälzischen Landeskirche zu Eigen. Sie rufen alle ACK-Gemeinden in Rheinland-Pfalz und im Saarland dazu auf, sich am 18. April 2021 mit dem bundesweiten Corona-Gedenken zu verbinden und für die Opfer der Pandemie zu beten. Die beiden großen Kirchen in der Pfalz/Saarpfalz haben dazu Fürbitten, Anregungen für einen Kerzenritus und weitere liturgische Anregungen erarbeitet, die in den Sonntagsgottesdiensten verwendet werden können. Die Materialien sind demnächst abrufbar unter: www.ack-suedwest.de  

Text und Bild: ACK-Südwest

"Gemeinsam unter dem Kreuz"

Link zur Pressemeldung mit Bildeindrücken: https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=9904&cHash=b5f3b818a0e617500eae29a01c88793b

 

Kaiserslautern. Unter dem Leitwort „Gemeinsam unter dem Kreuz“ haben heute Vertreter der Evangelischen Kirche der Pfalz, des Bistums Speyer, der Griechisch-Orthodoxen, Syrisch-Orthodoxen und Koptisch-Orthodoxen Kirche und weiterer Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen – Region Südwest (ACK) einen ökumenischen Passionsgottesdienst in der Marienkirche in Kaiserslautern gefeiert. Im Zentrum der Feier stand das Gedenken an die Christinnen und Christen, die weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

„Unsere konfessionellen Prägungen, die wir als Gaben in den Gebeten, Liedern und Symbolen in diese Feier einbringen – sie sind umgriffen und geeint durch den, der uns am Kreuz mit Gott und untereinander versöhnt hat“, sagte Bischof Karl-Heinz Wiesemann in seiner Begrüßung. Er verwies darauf, dass weltweit Millionen Menschen unter ungerechten Regimen und grausamer Gewalt litten und wegen ihres Glaubens verfolgt würden: „Für sie wollen wir im Gottesdienst beten.“
Gleichzeitig ginge es aber auch um die „Anfrage, ob Gewalt und Machtstreben auch unser Reden und Handeln prägen“, so der Bischof. Es gelte dafür um Vergebung zu bitten, „wo wir nicht bedingungslos auf der Seite der Schwachen und Unterdrückten gestanden sind, wo unser gelebtes Zeugnis die Botschaft von der unbedingten Menschenfreundlichkeit Gottes verdunkelt hat.“

Kirchenpräsident Christian Schad verwies in seiner Predigt auf das Kreuz als verbindendes Symbol der Gemeinschaft aller Christinnen und Christen. In Not und Angst fühlten sich Menschen Gott gerade deshalb nahe, weil Gott, der am Kreuz gestorben sei, selbst das Leiden durchlitten und das Gefühl von Ohnmacht erlebt habe. Eine Konsequenz daraus sei, dass Kirche nie „Siegerkirche“ sein könne, sondern ihren Platz an der Seite der Schwachen, der Menschen in Not habe. 

Schad zitierte Martin Luther King, der die Rolle der Kirche ausdrücklich nicht als Werkzeug sondern als Gewissen des Staates, als Wegweiser und Kritiker beschrieben habe. Eine Kirche, die sich mit prophetischem Eifer für Frieden und Gerechtigkeit einsetze. „Unsere Kirche ist kein gesellschaftlicher Club, zu dem manche sie gerne machen möchten. Sie steht nicht im Abseits, verkriecht sich nicht in eine private Nische. Nein, die die unter Unrecht und Krieg leiden, sie sind uns ans Herz gelegt“, erklärte der Kirchenpräsident. 

Das Leid der verfolgten Christen aber auch anderer religiöser Minderheiten habe weltweit zugenommen berichtete Schad und verwies auf das Vorgehen des sogenannten Islamischen Staates gegen Andersgläubige im Nahen und Mittleren Osten, auf Übergriffe von Islamisten in Nigeria, Indien und Indonesien sowie die Anschläge auf Koptische Kirchen in Ägypten. Das Kreuz Jesu stehe dagegen. „Religion und Gewalt schließen sich seit Jesu Tod ein für alle Mal aus! Gott durchbricht in Jesus Christus die Spirale von Gewalt und Gegengewalt“, bekräftigte der Kirchenpräsident. 

Der Glaube an Jesus Christus gebe Menschen die Kraft, auch in „Wüstenzeiten des Lebens“ durchzuhalten. „Hoffnung auf eine bessere Welt entsteht, weil Menschen sich zusammenschließen, Feinde sich lieben lernen, Barmherzigkeit regiert statt Durchsetzungsvermögen und Ellenbogen-Mentalität.“ Gott ermutige die Menschen dazu, gegen Gewalt und Krieg anzutreten.  

Neben Kirchenpräsident Christian Schad und Bischof Karl-Heinz Wiesemann wirkten der Syrisch-Orthodoxe Erzbischof Hanna Aydin, der Koptisch-Orthodoxe Bischof Anba Michael, Pastor Jochen Wagner, Vorsitzender der ACK-Südwest, Erzpriester Georgios Basioudis von der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde Mannheim und Erzpriester Konstantin Zarkanitis von der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde Ludwigshafen mit. Weiterhin waren Pfarrer Semun Kurt von der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde Worms, Diakon Bishoy Soliman von der Koptisch-Orthodoxen Gemeinde Kaiserslautern, Gemeindereferent Andreas Werle, Vertreter der ACK-Kaiserslautern, sowie Dekanin Dorothee Wüst vom Protestantischen Kirchenbezirk Kaiserslautern und Dekan Steffen Kühn vom Katholischen Dekanat Kaiserslautern an der Liturgie beteiligt.

Ein zentrales liturgisches Element der Feier war die Kreuzverehrung nach ostkirchlichem Ritus, bei der Erzbischof Aydin sich mit dem Kreuzreliquiar der katholischen Gemeinde St. Martin segnend in alle vier Himmelsrichtung wandte.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Chören der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde Ludwigshafen, der Koptisch-Orthodoxen Gemeinde Kaiserslautern sowie der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde Worms. Die Orgel spielt Bezirkskantor Simon Reichert, Neustadt/Weinstraße. Der Erlös der Kollekte kommt der Nothilfe von Caritas International in Syrien und der Internationalen Gesellschaft Orientalischer Christen e.V. zugute. 

Im Anschluss an den ökumenischen Passionsgottesdienst waren die Gottesdienstbesucher zur Begegnung im Pfarrheim St. Maria eingeladen. 

Text: is/lk / Foto: Agentur View, Kaiserslautern

Ökumenische Stolperfallen vermeiden

ACK Südwest veröffentlicht "Checkliste für ökumenische Projekte"

Landau – Welches Glaubensbekenntnis wird bei ökumenischen Gottesdiensten gebetet? Wie ist die finanzielle Beteiligung der beteiligten Gemeinden an gemeinsamen Aktivitäten geregelt? Wie erfährt die Öffentlichkeit, welche Konfessionen an einer ökumenischen Aktion beteiligt waren? Diese und andere Fragen tauchen immer wieder im Vorfeld ökumenischer Veranstaltungen auf und sorgen manchmal für Irritationen. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest hat deshalb die wichtigsten Fragen zu ökumenischen Gottesdiensten, Gemeindefesten und sonstigen gemeinsamen Aktivitäten in einer „Checkliste für ökumenische Projekte“ kompakt und nach Themen gebündelt zusammengefasst. 

Für den Vorsitzenden der ACK – Region Südwest Pastor Dr. Wagner besteht das Ziel der achtseitigen Broschüre darin, „die wichtigsten Fragen aufzulisten, die bei gemeinsamen Projekten zu bedenken sind.“ So könne man mögliche Stolperfallen vermeiden, Haupt- und Ehrenamtliche entlasten und das ökumenische Miteinander vertiefen. Ein besonderes Augenmerk sei auf die Freikirchen und auf die Ostkirchen gerichtet: „Wir wollen mit unserer Checkliste dazu ermutigen, ökumenische Aktionen nach Möglichkeit immer in der Weite aller ACK-Gemeinden vor Ort zu planen und durchzuführen.“ Sein Dank, so Wagner, gelte insbesondere den Delegierten aus fünf Mitgliedskirchen, die die Broschüre im Auftrag der ACK Südwest erarbeitet haben.

 

Die Datei zum Download finden Sie hier: http://www.ack-suedwest.de/index.php?id=6091

Für eine uneingeschränkte Solidarität mit christlichen Flüchtlingen

Begegnung von Vertretern des Bistums Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz mit Seelsorgern östlicher Kirchen.

Ludwigshafen. Zum dritten Mal kamen Vertreter des Bistums Speyer und der Pfälzischen Landeskirche mit Seelsorgern östlicher Kirchen zusammen. Diese warben für eine „uneingeschränkte Solidarität mit christlichen Flüchtlingen – und zwar jetzt“. Der Austausch zum Thema Jugend und Kirche zeigte, dass nicht nur in der katholischen und evangelischen Kirche, sondern auch in der Orthodoxie Jugendliche immer schwerer einen Zugang zu ihrer Kirche finden.

Nicht zulassen, dass Populisten unsere Werte bestimmen
„Es reicht nicht mehr, dass wir einzelnen Flüchtlingen helfen“, so Fuat Demir, Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft Orientalischer Christen. Er verwies auf zahlreiche Fälle, in denen Christinnen und Christen bereits vor vielen Jahren nach Deutschland geflohen sind und nach wie vor keine Bleibeperspektive hätten. Mit Blick auf das Thema Familiennachzug appellierte Demir: „Lasst uns helfen, dass Flüchtlinge und ihre Familien wieder zusammenkommen, und geben wir Populisten nicht die Chance, unsere Werte zu bestimmen.“ Nur so könnten Traumatisierungen von Geflüchteten überwunden werden. Sowohl von den Großkirchen als auch vom Staat erhoffe man sich konkrete und wirksame Zeichen der Solidarität.

In diesem Zusammenhang warb Dirk Wachsmann, Geschäftsführer des Malteser-Hilfsdienstes im Bistum Speyer, für die Stellenangebote der Malteser, die auch für Angehörige östlicher Kirchen offen seien: „Gemäß unserem Motto: Den Glauben bezeugen und Hilfe den Bedürftigen, freuen wir uns, wenn sich Christinnen und Christen auch aus anderen Konfessionen bei uns haupt- und ehrenamtlich engagieren wollen und so ihren Glauben leben.“

Für eine christliche Verkündigung jenseits der Mauern der Kirche
„Die Kirche ist für viele Jugendliche ein Buch mit sieben Siegeln“, mit diesen Worten beschrieb Domkapitular Franz Vogelgesang das schwierige Verhältnis von Kirche und Jugend. Dass dies auch in orthodoxen Kirchen nicht anders ist, erläuterte Elisabeth Kurt, verantwortlich für die Jugendarbeit in der syrisch-orthodoxen Gemeinde Worms: „Die Haltung, der Glaube bringt mir nichts, ist auch unter unseren Jugendlichen weit verbreitet“. Mit Gruppenstunden und Messdienerarbeit versuche man, Kinder und Jugendliche an den Glauben und an die eigene Kirche heranzuführen. Auch wenn Jugendliche immer seltener den Kontakt zur Kirche suchten, zeigten sich doch alle Teilnehmer an der Begegnung überzeugt, dass junge Christinnen und Christen nach wie vor offen für den Glauben sind. 

Pfarrer Arne Dembek, Beauftragter der Pfälzischen Landeskirche für Christen anderer Sprachen und Herkunft, verwies darauf, dass Migranten, die in zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben, in besonderer Weise auf der Suche nach ihrer eigenen Identität sind und dabei auch die eigene Glaubenstradition kritisch hinterfragten. Für eine Kirche, die in die Lebenswelten der Menschen eintaucht, warb Erzpriester Georgios Basioudis von der griechisch-orthodoxen Gemeinde Mannheim: „Christliche Verkündigung geschieht nicht nur in der Kirche und in theologischer Sprache, sondern auch durch unsere Präsenz bei öffentlichen Anlässen oder beim Fußballspiel mit Jugendlichen“. 

Zu Gast in der griechisch-orthodoxen Gemeinde Ludwigshafen
Gastgeber der Begegnung war die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde Mariä Verkündigung in Ludwigshafen. Olga Papazoglou berichtete von den „aufregenden Jahren des Beginns“, als seit 1973 griechisch-orthodoxe Christinnen und Christen aus der Region Ludwigshafen in wechselnden Kirchen ihre Gottesdienste feierten. Dass man 2007 vom Bistum Speyer die katholische Marienkirche erwerben konnte, sei für die Gemeinde ein „Wunder“ gewesen. Die Kirche mit ihren Gemeinderäumen sei seitdem ein „zweites Zuhause“ für ca. 4.000 orthodoxe Gläubige wie auch für viele griechische Kultur- und Sportvereine. Besonders stolz sei man darauf, dass man die Kirche allein mit Spenden nach und nach mit Ikonen ausschmücken könne. „Uns ist es aber auch wichtig, ein offenes Haus für Angehörige anderer orthodoxer Kirchen und anderer christlicher Konfessionen zu sein“, betonte Papazoglou.

Text und Bild: Bistum Speyer


"Ökumene: Im Anderen Gottes Angesicht begegnen"

Delegierte der ACK-Südwest tauschen sich mit Vertretern der Neuapostolischen Kirche aus -
Bischof Damian gibt einen Einblick in die Situation koptisch-orthodoxer Christen

Ebernburg – „Im Anderen Gottes Angesicht begegnen!“, dazu rief Pastor Dr. Jochen Wagner, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest, die Delegierten aus 14 (Gast-)Mitgliedskirchen auf, die auf der Ebernburg zu ihrer Frühjahrsversammlung zusammengekommen waren. Als Gäste waren hochrangige Vertreter der Neuapostolischen Kirche (NAK) geladen, die ihre Hoffnung auf eine engere ökumenische Zusammenarbeit mit der ACK ausdrückten. Der koptisch-orthodoxe Bischof Anba Damian berichtete eindrücklich, wie Angehörige seiner Kirche in ihrem Heimatland Ägypten unterdrückt werden, und bat die ACK-Kirchen um ihre Unterstützung.

Die Neuapostolische Kirche auf dem Weg aus der Isolation

„Seit den 1990er Jahren haben wir die selbstgewählte Isolation aufgegeben“, so der neuapostolische Bischof Peter Johanning. Zusammen mit Apostel Clement Haeck gab er den Delegierten der ACK-Südwest einen Überblick über seine Kirche. Wie alle Kirchen stehe auch die NAK „auf dem Boden der Heiligen Schrift“ und verstehe sich als „Teil der einen Kirche Jesu Christi“. Anders als früher sei man heute überzeugt, dass „auch in anderen Kirchen der Heilige Geist lebt und wirkt“. Für die überwältigende Mehrheit der NAK gelte: „Ich möchte kein Sektierer sein“. Die Lehre von der baldigen Wiederkunft Christi, die in der NAK eine große Rolle spiele, ermögliche es den Gläubigen seiner Kirche, so Johanning, „hoffnungsfroh und sicher“ in die Zukunft zu gehen. Der Weltanschauungsbeauftrage des Bistums Trier Matthias Neff zeigte sich tief beeindruckt von der ökumenischen Öffnung der NAK wie auch von der „Offenheit und Ehrlichkeit, mit der die NAK Gespräche mit anderen Kirchen führt“. Und die Geschäftsführerin der ACK Deutschland Dr. Elisabeth Dieckmann ergänzte, dass auch die ACK-Kirchen einen „Lernprozess“ durchlaufen haben, „um ihre Vorurteile zu überdenken“. Für die kommenden Jahre stellte sie eine Gastmitgliedschaft der NAK in der Bundes-ACK in Aussicht.

Den Geist der Solidarität mit verfolgten Christen stärken

„Zweites Jerusalem, Märtyrerkirche und Ursprung des mönchischen Lebens“, so charakterisierte Bischof Anba Damian mit sichtlichem Stolz seine in Ägypten beheimatete koptisch-orthodoxe Kirche. Umso schlimmer sei es, dass die Kopten in ihrer angestammten Heimat als „Bürger dritter Klasse“ behandelt werden und „ununterbrochener Gewalt“ ausgesetzt seien. Damian, einer von zwei koptisch-orthodoxen Bischöfen in Deutschland, berichtete von getöteten Christen, zerstörten Kirchen und Überfällen auf Privathäuser, aber auch davon, dass Täter vom Staat nicht zur Rechenschaft gezogen werden: „Wir erleben einen Hass ohne Grenzen“. Angesichts dessen plädierte er für „ein Leben in Würde und ein friedliches Miteinander“. Diakon Dr. Bishoy Soliman, der die koptisch-orthodoxe Gemeinde in Kaiserslautern betreut, wies darauf hin, dass Kopten, die nach Deutschland geflohen sind, zunehmend von „gewaltsamer Abschiebung“ bedroht sind. Bischof Damian rief die Delegierten deshalb dazu auf, „die Gemeinsamkeiten neu zu entdecken, den Geist der Solidarität zu stärken und den Menschen gemeinsam das Licht der Erkenntnis zu bringen“. Ebenso bat er um konkrete Unterstützung, etwa durch Ausbildungsplätze für koptische Flüchtlinge oder durch Spenden von Hilfsgütern.

Feier des Ökumenischen Schöpfungstages 2020 voraussichtlich in Landau

Im weiteren Verlauf ihrer Versammlung blickten die Delegierten auf den Reformationstag 2017 zurück, der in Saarbrücken, Speyer und vielen anderen Orten mit ökumenischer Beteiligung gefeiert worden ist. Pastor Dr. Wagner lud die Delegierten zum Gebet für den kranken, mittlerweile verstorbenen Kardinal Karl Lehmann ein. Vereinbart wurde, dass es in den kommenden Tagungen vor allem um das Thema Schöpfungsverantwortung gehen soll – in Vorbereitung auf die zentrale Feier des Ökumenischen Schöpfungstags im Herbst 2020, die voraussichtlich in Landau unter Mitwirkung der ACK-Südwest stattfinden wird.

Text: ACK-Südwest
Bilder: Renate Thesing


Fürbittkalender des ÖRK

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen
in Rheinland-Pfalz und im Saarland

Geschäftsstelle

Dagmar Hees
Anschrift: Lindenweg 5e, 56170 Bendorf
Tel.: 02622-902393
Web:  www.ack-suedwest.de
eMail: buero(at)ack-suedwest.de

Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Mittwoch, 8. Februar 2023

Unser Herz freut sich des HERRN, und wir trauen auf seinen heiligen Namen. Psalm 33,21

Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass. 1. Thessalonicher 5,16-17