Willkommen bei der ACK-Region Südwest

 

 

 

259. Mitgliederversammlung der ACK in Deutschland beendet

Ökumene gemeinsam gestalten und Verantwortung übernehmen

Berlin / Frankfurt am Main (18. September 2026). – Die feierliche Unterzeichnung der revidierten Charta Oecumenica in der französischen Friedrichstadtkirche am Dienstagabend bildete den Auftakt der 259. Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Im Mittelpunkt der anschließenden Beratungen standen die Weiterentwicklung der ökumenischen Zusammenarbeit, die internationale Ökumene sowie die Verantwortung der Kirchen in gesellschaftlichen und politischen Fragen.

Am Dienstagabend unterzeichneten 18 kirchenleitende Vertreterinnen und Vertreter die revidierte Charta Oecumenica in der französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt in Berlin. Damit setzten sie ein wichtiges Zeichen für die weitere Vertiefung der Zusammenarbeit der Kirchen in Europa und in Deutschland.

Am Mittwoch schloss sich ein gemeinsamer Studientag der Mitgliederversammlung der ACK in Deutschland mit den Mitgliedern der Konferenz der regionalen ACK-Geschäftsführenden an. Unter dem Thema „Revidierte Charta Oecumenica – Impulse und Rezeption“ berieten die Teilnehmenden, welche Impulse von der überarbeiteten Charta Oecumenica für die ökumenische Arbeit ausgehen, wie sie vor Ort aufgenommen und umgesetzt werden können und diskutierten kritische Anfragen.

Motto für den 18. Ökumenischen Tag der Schöpfung 2027 steht fest: „Gottes Schöpfung. Unser Hafen.“

Zentrale Feier am 3. September 2027 in Hamburg – ACK lädt zu gemeinsamen Feiern während der Schöpfungszeit ein

Berlin/Hamburg/Frankfurt am Main (17.09.2026). – Das Motto für den 18. Ökumenischen Tag der Schöpfung steht fest: „Gottes Schöpfung. Unser Hafen.“ Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hat das Motto auf ihrer Herbsttagung in Berlin beschlossen. Die zentrale Feier findet am 3. September 2027 in Hamburg statt. Die Schöpfungszeit reicht vom 1. September bis zum 4. Oktober 2027.

Das Motto verbindet den besonderen Charakter Hamburgs als Hafenstadt mit dem christlichen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung. „Gottes Schöpfung“ stellt Gott als Schöpfer in den Mittelpunkt. Die Erde ist nicht menschliches Eigentum. Wir Menschen sind nur ein Teil der Schöpfung, zutiefst mit allem verbunden. Gerade daraus erwächst unsere Verantwortung: für die Schöpfung einzustehen und ihre Lebensgrundlagen auch für kommende Generationen zu bewahren.

„‚Unser Hafen‘ verweist unmittelbar auf Hamburg als Tor zur Welt,“ erklärt Pastor Uwe Onnen, Vorsitzender der ACK in Hamburg. „Zugleich eröffnet das Bild eine weitere Bedeutung: Ein Hafen ist ein Ort des Ankommens, der Zuflucht und des Aufatmens,“ erläutert der Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche und fügt hinzu: „Gerade angesichts von Klimakrise, Kriegen und weltweiten Konflikten ist die Sehnsucht nach einem sicheren Ort, der auch neue Hoffnung gibt, groß. Eine bewahrte Schöpfung kann selbst zu einem solchen sicheren Hafen werden.“

Der Vorsitzende der ACK in Deutschland, Reverend Christopher Easthill, ergänzt: „So ein Hafen ist nicht nur ein Ort der Zuflucht, sondern auch ein Ort des Aufbruchs. Das Motto lädt deshalb dazu ein, gemeinsam neue Wege zu gehen und Verantwortung für die Zukunft unserer Erde zu übernehmen.“ Der anglikanische Priester Easthill, selbst in Singapur geboren, verweist auf die globale Perspektive: „Hamburg steht beispielhaft für die globalen Zusammenhänge unseres Lebens: Als bedeutender Seehafen ist die Stadt eng mit weltweiten Handelsströmen und damit auch mit Fragen globaler Gerechtigkeit und nachhaltigen Wirtschaftens verbunden.“

Die ACK lädt Gemeinden und ökumenische Gruppen ein, den Ökumenischen Tag der Schöpfung in der gesamten Schöpfungszeit vom 1. September bis zum 4. Oktober 2027 zu feiern. Über 1.000 Städte in Deutschland Verfügung über Binnenhäfen (an Flüssen, Kanälen und Seen) oder Seehäfen an Nord- und Ostsee und auch symbolisch könnte der Hafen für „Ankerplätze vor Ort“ stehen. In den kommenden Monaten wird eine Arbeitsgruppe der regionalen ACK in Hamburg unter Federführung der ACK in Deutschland dazu Materialien und Anregungen erarbeiten. Dabei empfiehlt die ACK, sich bei der Vorbereitung und Gestaltung mit mindestens zwei weiteren Konfessionen zusammenzuschließen.

Weitere Informationen unter www.schoepfungstag.info

Mehr als Weltuntergang: Die Offenbarung neu lesen

Das Material zur Ökumenischen Bibelwoche 2026/27 erschließt eines der rätselhaftesten Bücher der Bibel – mit neuem Beitragenden-Team und Baukastensystem für sieben Themenabende

(Neukirchen-Vluyn, 10.09.2026) Kaum ein biblisches Buch polarisiert so sehr wie die Offenbarung des Johannes. Für die einen ist sie faszinierend, für die anderen kaum zugänglich und befremdlich. Die Ökumenische Bibelwoche 2026/27 lädt dazu ein, hinter die rätselhaften Bilder von Drachen, Engeln und Tieren zu blicken und die Offenbarung als das zu entdecken, was sie ursprünglich war: ein Trost- und Hoffnungsbuch.

Mit ihren intensiven Bildern und Symbolen gehört die Offenbarung des Johannes zu den herausforderndsten Texten der Bibel. Lange Zeit wurde sie vor allem als Ankündigung der Endzeitereignisse verstanden und als solche analysiert. Tatsächlich entstand das Buch jedoch zur Zeit der Christenverfolgung im Römischen Reich und will vor allem Mut machen, in schwierigen Zeiten durchzuhalten und auf Gottes Zukunft zu vertrauen. Die Ökumenische Bibelwoche bietet Raum, die Texte gemeinsam zu lesen, unterschiedliche Auslegungsmöglichkeiten kennenzulernen und sich eine eigene Perspektive auf dieses außergewöhnliche Buch zu erschließen.

Das Arbeitsbuch begleitet sieben Themenabende mit Exegesen, Bibelarbeiten, hilfreichen Impulsen und praxisnahen Anregungen für Kirchen, Gemeinden und Gruppen. Neu sind die Praxisvorschläge nach Baukastensystem: Die einzelnen Bausteine lassen sich flexibel kombinieren und an verschiedene Gruppen, Altersstufen sowie zeitliche und räumliche Bedingungen anpassen. Ergänzt wird das Arbeitsbuch wie gewohnt durch Download-Material sowie ein Begleitheft für Teilnehmende zur gemeinsamen oder persönlichen Vertiefung. Darüber hinaus enthalten Arbeitsbuch und Begleitheft den Ablauf zum Ökumenischen Bibelsonntag, der unter Federführung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) entwickelt wurde. So lädt das Arbeitsmaterial dazu ein, die Offenbarung nicht länger als „Buch mit sieben Siegeln“ zu lesen, sondern als ein Hoffnungsbuch, das neue Perspektiven für Gegenwart und Zukunft eröffnet. Entwickelt wurde das Material zur Bibelwoche in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD), der Deutschen Bibelgesellschaft und dem Katholischen Bibelwerk e. V. (KBW) und erscheint in Kooperation mit dem Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH.

Mehr Informationen zur Ökumenischen Bibelwoche unter: www.bibelwoche.de. Pressematerial finden Sie hier zum Download.

Tabea Schönfelder (Hg.), geb. 1986, ist Theologin und Sozialpädagogin mit Master in „Transformationsstudien. Öffentliche Theologie und Soziale Arbeit“. In der „Netzwerkstelle“ der Kirchgemeinde Großrückerswalde gestaltet sie Kirche im Spannungsfeld zwischen Bewährtem und Neuem. Sie ist Mitgründerin der „Bunten Kirche Neustadt“ Dresden und Teil des Netzwerks churchconvention.

Prof. Dr. Jochen Wagner (Hg.), geb. 1979, ist Honorarprofessor an der Theologischen Hochschule Elstal und bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) verantwortlich für die Themen Bibel und Gottesdienst.

Kirchen setzen gemeinsames Zeichen für Ökumene

18 kirchenleitende Vertreterinnen und Vertreter unterzeichnen revidierte Charta Oecumenica in der Berliner Sankt Hedwigs-Kathedrale – Startschuss für die Umsetzung in Deutschland

Die Kirchen in Deutschland haben heute am Internationalen Tag der Demokratie in Berlin ein neues Kapitel ihrer ökumenischen Zusammenarbeit aufgeschlagen. Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der Sankt Hedwigs-Kathedrale unterzeichneten 18 kirchenleitende Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) die revidierte Charta Oecumenica. Damit beginnt die breite Rezeption der europäischen Leitlinien für die Zusammenarbeit der Kirchen in Deutschland.

Die Unterzeichnung knüpft an eine mehr als zwanzigjährige Geschichte an: Bereits 2003 hatten 16 Mitgliedskirchen der ACK die Charta Oecumenica beim Ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin unterzeichnet. Die nun revidierte Fassung wurde auf der europäischen Ebene im vergangenen November in Rom unterzeichnet. Sie nimmt neue Herausforderungen in Europa in den Blick und setzt zusätzliche Schwerpunkte unter anderem bei Frieden, Migration, neuen Technologien und der Rolle junger Menschen. Im Zentrum stehen weiterhin die Selbstverpflichtungen der Kirchen.

Fahrplan für gemeinsames Handeln – „Jetzt geht es darum, Charta mit Leben zu füllen“

Für Reverend Christopher Easthill, Vorsitzender der ACK in Deutschland, ist die heutige Unterzeichnung deshalb ein neuer Anfang. „Wir schauen inzwischen auf beinahe ein Jahr intensiver Erfahrung und Arbeit mit der revidierten Charta Oecumenica zurück. Dabei hat sich für mich bestätigt, dass die Charta Vision und Handlungsempfehlung zugleich ist. Ihre Selbstverpflichtungen geben uns eine wichtige Orientierung für unser gemeinsames Zeugnis und Handeln“, sagt Easthill. „Die neue Charta Oecumenica ist kein abstraktes Dokument, sondern ein ganz konkreter Fahrplan für gemeinsames Handeln und Zeugnis und ein Versprechen für unsere Zukunft"

„Mit der heutigen Unterzeichnung beginnt nun die nächste entscheidende Phase: die breite Rezeption in Deutschland“, so Easthill weiter. „Jetzt geht es darum, die Selbstverpflichtungen in unseren Kirchen, Gemeinden und ökumenischen Arbeitsgemeinschaften auf allen Ebenen mit Leben zu füllen. Nehmen Sie diesen Text in die Hand, lesen Sie darin wie in einer Landkarte der Hoffnung und – vor allem – kommen Sie darüber ins Gespräch. Denn Ökumene beginnt bei jeder und jedem von uns.“

Bedford-Strohm: Trennung der Kirchen darf nicht „Normalfall“ sein

Landesbischof i.R. Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Moderator des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf, richtete in seiner Predigt einen eindringlichen Appell an die Kirchen. Die „noch immer existierende Trennung der Kirchen“ dürfe nicht als Normalfall angesehen werden, sondern sei „ein Scheitern an dem Auftrag Jesu“. Bedford-Strohm stellte zugleich die Frage: „Sind unsere konfessionellen Traditionen  selbst zur Hauptsache geworden?“

Mit Blick auf die gesellschaftliche Verantwortung der Kirchen hob Bedford-Strohm zudem die klare Haltung der revidierten Charta Oecumenica gegen eine politische Instrumentalisierung des Christentums hervor: „Es ist ein starkes Zeichen, wenn die Kirchen Europas in großer Einmütigkeit den Missbrauch des Christentums für Zwecke, die ihm zutiefst entgegenstehen, verurteilen. Die Charta verpflichtet die Kirchen dazu, ‚allen Versuchen zu widerstehen, Religion und Kirche für ethnische, nationalistische, politische oder populistische Zwecke zu missbrauchen.‘“ In diesem Sinne ist es sehr passend, dass die Unterzeichnung der revidierten Charta Oecumenica am Internationalen Tag der Demokratie begangen wird.

Von Berlin als „signature move christlicher Existenz“ in die Regionen

Dass die Charta Oecumenica nicht nur ein Dokument auf europäischer und nationaler Ebene bleiben soll, wurde unmittelbar im Gottesdienst sichtbar. Verantwortliche aus den 14 regionalen ACKs in Deutschland empfingen den Text der Charta Oecumenica in Form großer Fahnen. Symbolisch nahmen sie damit die Charta Oecumenica für ihre Regionen entgegen. In kurzen Statements berichteten sie, welche konkreten Schritte zur Umsetzung der Selbstverpflichtungen vor Ort geplant sind.

Beim anschließenden Empfang im Haus der EKD kamen die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen miteinander ins Gespräch und wurden vom Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Dr. Christian Stäblein, in Berlin als „Metropole der Ökumene“ begrüßt. Bischof Stäblein beschrieb die überarbeitete Charta Oecumenica als „sig-nature move christlicher Existenz in dieser Welt“ und erläuterte dies mit einer biblischen Rück-bindung: „Von Anfang an fragt die Charta ja, woran man nun diesen Weg der Einheit erkennen wird – und die Antwort wird in Jesu Wort selbst gefunden: Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid; wenn ihr einander liebt.“

Die christlichen Kirchen in Deutschland setzen gemeinsam ein Zeichen der Zuversicht „Für eine Gesellschaft, die zusammenhält“

Zum Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt äußern sich die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, sowie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Reverend Christopher Easthill, wie folgt:

„Wir nehmen zur Kenntnis, dass die AfD in Sachsen-Anhalt mit deutlichem Abstand die stärkste Partei wurde. Schlimme Befürchtungen sind wahrgeworden, aber das Ergebnis ist zu akzeptieren. Die Sorge der Kirchen gilt dabei vor allem dem Zusammenleben und Miteinander der Menschen in Sachsen-Anhalt, sowie insbesondere der Achtung der von Gott gegebenen Menschenwürde, die bedingungslos jedem zusteht. Sie gilt aber auch der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Sachsen-Anhalt. Wir fordern die Wahlsieger auf, die Landesverfassung sowie das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensweise, Leistung oder Position zu wahren.

Als Kirchen sind wir der Botschaft des Evangeliums und dem christlichen Menschenbild verpflichtet. Aus dieser Verpflichtung heraus werden wir das politische Handeln der künftigen Landesregierung genau beobachten und kritisch begleiten. Wir werden nicht wegsehen und wir werden nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird. Denn immer geht es um Menschen, die unter Druck geraten, bedroht oder ausgegrenzt werden. Wir werden auch weiterhin alles, was unsere Demokratie trägt, unterstützen und zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen. Dafür bedarf es vor allem auch Orten des Zusammenseins, des Dialogs und der Verständigung. Hier haben die demokratischen Parteien einen Auftrag. Auch die Kirchen können wichtige Begegnungsorte sein.

Ein Wahlergebnis zählt die Stimmen eines Wahlsonntags - im Alltag zählt darüber hinaus, was dieses Land Woche für Woche zusammenhält. Das Wahlergebnis zeigt, wie groß die Unzufriedenheit und der Vertrauensverlust sind. Das ist ernst zu nehmen. Unverändert bleibt aber, wie viele hunderttausende Menschen sich in Sachsen-Anhalt und bundesweit Tag für Tag umeinander kümmern, Verantwortung übernehmen und unser Gemeinwesen tragen. Ihre Zuversicht, ihre Hilfsbereitschaft und ihren Einsatz wollen wir weiter sichtbar halten und stärken. Zusammen werden wir weiter arbeiten für eine Gesellschaft, die zusammenhält – in Verantwortung vor Gott und den Menschen.“

Zentrale Feier des Ökumenischen Tags der Schöpfung in Marburg: Vom Sehen zum Schauen – und vom Schauen zum Handeln

Unter dem Leitwort „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ (Hiob 38,18) haben Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen heute in Marburg den 17. Ökumenischen Tag der Schöpfung gefeiert.

Die bundesweite Feier der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) verband Naturerfahrung, ökumenischen Gottesdienst, Gespräch und gemeinsames Feiern. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen ihre Stellung innerhalb der Schöpfung verstehen und aus dieser Erkenntnis Verantwortung für die Bewahrung des Lebens übernehmen können.

Der Alte Botanische Garten der Philipps-Universität Marburg wurde dabei zum besonderen Erfahrungs- und Lernort. Die Vielfalt der Pflanzenwelt machte unmittelbar erfahrbar, dass das diesjährige Motto die Weite und Schönheit der Schöpfung ebenso wie ihre Verletzlichkeit und die Begrenztheit des Menschen ins Bewusstsein rücken will.. Der Tag führte anschließend zum ökumenischen Gottesdienst in die Elisabethkirche und zum weiteren Programm ins KA.RE Marburg.

Vom Wahrnehmen zum Verstehen und Handeln

Im ökumenischen Gottesdienst stellte der vormalige ACK-Vorsitzende und orthodoxe Erzpriester Radu Constantin Miron in seiner Predigt die geistliche Dimension des Schöpfungsgedankens in den Mittelpunkt. „Der Tag der Schöpfung erwartet einen besonderen Akt des Denkens von uns“ – dies verband er mit einer Einladung zu einer veränderten Wahrnehmung: „Es geht darum, vom Sehen, von der Wahrnehmung also, zum Schauen, zum Verstehen, und bestenfalls auch zum Handeln zu kommen.“

Die Schöpfung sei dabei nicht bloß die uns umgebende Natur, sondern eine Wirklichkeit, die tief mit Gott verbunden ist. In Anlehnung an einen bekannten Kirchenvater des Ostens, den hl. Maximus, beschrieb Miron das Universum als einen großen mystischen Raum, in dem Himmel und Erde, Geist und Materie eine Einheit bilden. Daraus erwachse für den Menschen eine besondere Verantwortung, als „Priester der Schöpfung“ zu handeln und die Harmonie, Bewegung und Liebe der Schöpfung zu Gott zurückzubringen.

Damit wurde das Leitwort des Tages zu einer persönlichen Frage: Was sehen wir, wenn wir die Welt betrachten – und was erkennen wir, wenn wir wirklich schauen?

Irland und seine Spiritualität im Mittelpunkt: Deutsche Texte zur Gebetswoche für die Einheit der Christen 2027 veröffentlicht

Frankfurt am Main, Juni 2026 – Die deutschen Übersetzungen der Materialien zur Gebetswoche für die Einheit der Christen 2027 sind ab sofort online verfügbar. Die Texte wurden von Christinnen und Christen aus Irland erarbeitet.

In Deutschland erfreuen sich irische Segensworte seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Umso mehr ist es ein Geschenk der internationalen ökumenischen Bewegung, dass mit den Materialien für 2027 nun Irland und die reiche Tradition irischer Spiritualität im Zentrum der Gebetswoche stehen.

Motto als Hoffnungszeichen

Die Gebetswoche steht unter dem Leitwort: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben“ (Lk 12,32). Das Bild der Herde greift eine Symbolik auf, die viele Menschen mit Irland verbinden. Gleichzeitig nimmt es die Erfahrung zahlreicher Kirchen auf, heute eine kleinere Herde zu sein als noch vor einigen Jahrzehnten. Die Texte ermutigen dazu, Vertrauen zu bewahren und die ökumenische Gemeinschaft als Zeichen der Hoffnung zu leben.

Spirituelle Elemente aus irischer Geschichte

Die täglichen Meditationen und der Gottesdienstentwurf führen in die Geschichte, Kultur und Gegenwart Irlands ein. Dabei setzen sie sich mit der kirchlichen und politischen Situation der Insel auseinander und greifen zugleich Elemente irischer Frömmigkeit und Spiritualität auf. So eröffnen die Materialien neue Perspektiven auf gelebten Glauben und ökumenische Verbundenheit.

Bundesweite Feier in Würzburg

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird weltweit jedes Jahr vom 18. bis 25. Januar oder alternativ in der Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gefeiert. In Deutschland gestaltet die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland traditionell den zentralen Gottesdienst am Sonntag innerhalb der Gebetswoche. Diese bundesweite Feier findet am 24. Januar 2027 um 17:00 Uhr im Würzburger Neumünster statt.

Gottesdienstvorlagen und -materialien zum Mitfeiern

Gemeinden, Gruppen und ökumenische Initiativen in ganz Deutschland sind eingeladen, die Gebetswoche für die Einheit der Christen 2027 zu feiern und dabei die nun veröffentlichten Materialien zu nutzen. Die Gottesdienstvorlagen, Tagesmeditationen und weiteren Bausteine bieten vielfältige Anregungen für gemeinsame Gebete, Gottesdienste und Begegnungen.

Aufruf zur Sammlung irischer Segenswünsche

Der für die Texte der Gebetswoche für die Einheit der Christen in Deutschland verantwortliche Pastor Dr. Jochen Wagner, verbindet mit der Veröffentlichung der Materialien eine besondere Einladung: „Viele Menschen in Deutschland kennen Segensworte oder Gebete, die als irisch bezeichnet werden. Die Gebetswoche 2027 bietet eine wunderbare Gelegenheit, den Wurzeln dieser Texte nachzugehen und die spirituelle Tradition Irlands neu zu entdecken. Deshalb laden wir alle Interessierten ein: Wenn Sie einen irischen Segen kennen, recherchieren Sie doch einmal, ob sich ein irisches Original oder eine verlässliche Quelle finden lässt. Gerne können Sie uns Ihre Ergebnisse zusenden (info@oekumene-ack.de). So können wir gemeinsam einen Schatz irischer Spiritualität erschließen und besser verstehen, was diese Texte über Generationen hinweg so beliebt macht.“

Die Materialien stehen auf www. gebetswoche.de zum Download bereit.

Die Delegiertenversammlung der ACK Südwest am 19. und 20. März in Speyer beschäftigte sich mit „Kirche in Zeiten des Populismus“

Die Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Region Südwest traf sich zur ersten Versammlung 2026 in Speyer. Im Mittelpunkt der Beratungen stand das Thema „Kirche in Zeiten des Populismus“.

So referierte Dr. Hilke Rebenstorf, Wissenschaftliche Referentin für Kirchensoziologie im Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD zum Thema:

„Rechtspopulismus und Kirche(n). Hintergründe – Anknüpfungspunkte“. Frau Dr. Rebenstorf mahnte zu Beginn ihres Vortrages, in den Gemeinden vor Ort zu bleiben als Kirche vor Ort, denn „wenn Kirche sich zurückzieht aus den Gemeinden, dann kommen andere nach.“

Dr. Michael Roseneck, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Praktische Philosophie II der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und an der Professur für Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main zum Thema: „Was zum Himmel schreit – Die Demokratie und Gerechtigkeit schützende und stützende Funktion der Religion“. 

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt stellte die erste Auseinandersetzung mit der revidierten Fassung der „Charta oecumenica“ dar. In Kleingruppen wurden die vierzehn Artikel der neuen Charta diskutiert und abschließende beraten, welche Punkte für die Arbeit in der ACK von besonderer Relevanz sein können. So hieß es dann als Resonanz: „die Frage bleibt, wo können wir die Charta punktuell verdeutlichen. Eine Möglichkeit wäre bei Stadt -Jubiläen, der Weite der Konfessionen und Religionen einen Platz einzuräumen.“ „Wir kommen ökumenisch nicht weiter, wenn sich die „großen Player“ nicht zurücknehmen“, so Jutta Walber, Vorsitzende der ACK SW.

Im Operativen standen dann die Berichte der Mitgliedskirchen und die Mitarbeit bei den Heilig Rock Tagen in Trier im Fokus. Hier wurde gesagt:

Die ACK hat zur Kenntnis genommen, dass sich das Bistum bei den HRT aus dem öffentlichen Bereich des Hauptmarktes auf den Domvorplatz zurückzieht. Dennoch werden wir als ACK weiterhin auf dem Hauptmarkt mit einem Segensangebot präsent sein.

 

Delegiertenversammlung zum Jubiläum der ACK Region Südwest am 23. und 24. Oktober 2025 „Die Zukunft ist ökumenisch“

Bei der Jubiläumstagung zum 50-jährigen Bestehen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Südwest haben Vertreter den Stellenwert der Ökumene betont. Die Neuapostolische Kirche Westdeutschland wurde als neues Mitglied aufgenommen. Von Uwe Rauschelbach

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen der Region Südwest blickt auf ihr 50-jähriges Bestehen zurück. Sie eint die Überzeugung, dass der christliche Glaube Einheit in Vielfalt zu stiften vermag. Auch die Neuapostolische Kirche Westdeutschland wurde in die Gruppe der Kirchen aufgenommen, die in der ACK die Grundüberzeugung vertreten: „Die Zukunft der Kirche ist ökumenisch.“

Zu diesem Thema referierten am Ende der Jubiläumstagung im Bischöflichen Priesterseminar St. German Speyer die Vertreter dreier Kirchen: die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, der Trierer Weihbischof Robert Brahm und die Reutlinger Theologin Ulrike Schuler, die sich zur Evangelisch-methodistischen Kirche zählt. So berief sich Wüst bei ihrem Eintreten für den ökumenischen Fortschritt auf die Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1948, die Öffnung der römisch-katholischen Kirche im Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er-Jahren und die Leuenberger Konkordie von 1973 als wesentliche Weichenstellungen. Da die „volkskirchliche Realität“ an ihr Ende gelangt sei, könnten sich die christlichen Kirchen keine „konfessionelle Verzettelung“ mehr leisten, meinte die Kirchenpräsidentin. Nach wie vor spiele das Trennende eine Rolle, dürfe aber nicht das letzte Wort haben. Als beispielhaft führte Dorothee Wüst die in der Leuenberger Konkordie festgelegte Abendmahlsgemeinschaft an, die noch nicht vollgültig umgesetzt sei. „Die Zukunft der Kirche ist ökumenisch, aber sie fällt uns nicht in den Schoß“, trat sie für anhaltende Bemühungen um die Überwendung von Trennungen ein. Robert Brahm teilte die Auffassung, dass mit Blick auf die ACK Südwest „aus einer zarten Pflanze ein statt­licher Baum“ geworden sei. Das hätten sich die Gründerväter nicht träumen lassen, meinte der Trierer Weihbischof mit Blick auf den 1975 bewirkten Zusammenschluss der Kirchen in Rheinland-Pfalz und Saarland zur ACK-Region Südwest. Das christliche Glaubensbekenntnis bilde den „gemeinsamen Nenner“, der daran erinnere, „dass wir gemeinsam stark sind“, so Brahm.

Heute gehören der Arbeitsgemeinschaft mit dem Katholischen Bistum der Alt-Katholiken, dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, der Evangelischen Brüder-Unität, dem Bund Freier evangelischer Gemeinden, der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche der Pfalz, der Griechisch-Orthodoxen Metropolie, der Koptisch-orthodoxen Kirche, der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennoniten, der Evangelisch-methodistischen Kirche, der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, dem Bistum Speyer und Trier sowie der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) zwölf Mitgliedsgemeinschaften an. Gastmitglieder sind die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Mittelrhein und der Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden.

Die emeritierte Theologin Ulrike Schuler stellte in ihrem Vortrag eine im Methodismus tief wurzelnde Bereitschaft für interreligiöse und ökumenische Beziehungen heraus. Christliche Kirchen, die sich stärker an ihren Gemeinsamkeiten ausrichteten als an dem Trennenden, könnten ein starkes Zeugnis sein.

Vorsitzende der ACK Südwest ist seit 2021 Superintendin Jutta Walber von der Evangelischen Kirche im Rheinland. Ihr stehen Anna Werle (Ökumenereferentin des Bistums Trier) und Jürgen Tibusek (Leiter des Landesverbandes Südwest des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden) zur Seite. Seit 2023 gehören Pfarrerin Anja Behrens (Evangelische Kirche der Pfalz) und Bishoy Soliman (Koptisch-orthodoxe Kirche) zum geschäftsführenden Vorstand.

 

Orthodoxe Bischofskonferenz begeht Nizaa-Jubiläum in Trier

Trier (KNA) Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) hat in Trier des 1.700-Jahr-Jubiläums des Konzils von Nizäa gedacht.

Die Gedenkveranstaltung begann am 18. Juni mit einem ökumenischen Gottesdienst im katholischen Trierer Dom. In seiner Begrüßung wies der Vorsitzende der OBKD, Metropolit Augoustinos darauf hin, dass Konstantin beim Konzil zugehört habe: „Ohne aufeinander zu hören geht es auch heute nicht: in der Kirche, in der Ökumene, in Politik und Gesellschaft", so Augoustinos. 

Papst Franziskus hat vorgelebt: „Christsein geht nicht alleine!“

Statement des Vorsitzenden der ACK in Deutschland, Reverend Christopher Easthill, zum Tod von Papst Franziskus am Ostermontag 2025:

„Mit Papst Franziskus verliert nicht nur die römisch-katholische Kirche ein Vorbild im Glauben und einen starken Zeugen für das Evangelium Jesu Christi. Voller Dankbarkeit schauen auch die anderen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) verbundenen Kirchen auf das Leben und Wirken von Papst Franziskus. In seiner Menschennähe, seiner Hinwendung zu jenen, die am Rand der Gesellschaft stehen und in seiner Offenheit gegenüber allen Menschen gleich welchen Glaubens oder Konfession war er für alle Christinnen und Christen eine Leitfigur in der Nachfolge Jesu Christi. Ökumenisch hat er während seines Pontifikats starke Akzente gesetzt und somit die Einheit der Christen als eines der wichtigsten Ziele und Anliegen hervorgehoben. Mit vielen Kirchenleitungen weltweit haben ihn Freundschaften verbunden, die sichtbar gemacht haben, dass wir uns als Christen nur gemeinsam den Herausforderungen unserer Welt und unserer Gesellschaften stellen können. Papst Franziskus hat viele Gelegenheiten genutzt, um zur Einheit aufzurufen. Ihm war die ökumenische Dimension ein Herzensanliegen, das auch in der Ausrichtung der Weltsynode und in den weiteren innerkatholischen Prozessen spürbar wurde. Christsein geht nicht alleine, das hat Papst Franziskus immer wieder vorgelebt.

Dankbar erinnere ich mich ganz persönlich an unsere Begegnung im Jahr 2017, als wir mit dem damaligen Vorstand der ACK in Deutschland, nach Rom reisten und die Gelegenheit hatten, Papst Franziskus persönlich zu treffen. Seine Gabe, zuzuhören und auf die Menschen einzugehen, ist mir dabei in lebendiger Erinnerung geblieben. Als Anglikanische Gemeinschaft denken wir dankbar zurück an die vielen Zeichen der Verbundenheit und des Miteinanders, die wir erfahren durften – wie die gemeinsame Friedensreise nach Südsudan mit dem Erzbischof von Canterbury.

Als Vorsitzender der ACK in Deutschland möchte ich meine große Würdigung der Leistungen und des Mutes von Papst Franziskus zum Ausdruck bringen. Es war bewegend, wie er noch in den letzten Tagen seines irdischen Lebens die Kräfte mobilisierte, um nah bei den Menschen zu sein, und ihnen den Ostersegen zu spenden. Bleiben werden seine Menschenliebe, sein Zeugnis für das Evangelium, seine ökumenischen Akzente und sein Bewusstsein für synodale Prozesse in den Kirchen. Die ACK in Deutschland mit all ihren Kirchen wird Papst Franziskus ein ehrendes Andenken bewahren. Wir trauern mit unseren römisch-katholischen Geschwistern um den Verlust eines wahren Ökumenikers und eines Vorbildes im Glauben. In den Tagen, wo wir in der ost- und der westkirchlichen Tradition gemeinsam die Auferstehung Jesu Christi feiern, sind wir gestärkt von der Hoffnung auf die Auferstehung. Möge Gott, der Herr, Papst Franziskus die ewige Ruhe schenken und ihn aufnehmen in sein Reich.“

Die Delegiertenversammlung der ACK Südwest am 20. und 21. März in Speyer beschäftigte sich mit der Zukunft der Ökumene.

Am 20. und 21. März fand in Speyer die Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Südwest statt. Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Kirchen haben sich versammelt, um über die aktuellen Herausforderungen für die Ökumene zu diskutieren. Die Vorsitzende, Superintendentin Jutta Walber hat die Versammlung am Donnerstag um 10:00 Uhr eröffnet. Am Vormittag beschloss die Delegiertenversammlung den Haushalt des letzten Jahres. Ein weiterer wichtiger Punkt war der Antrag der Neuapostolischen Kirche auf volle Mitgliedschaft in der ACK Südwest. Auf Bundesebene der ACK hat die Neuapostolische Kirche schon die Vollmitgliedschaft. Die Delegierten begrüßten den Antrag und geben ihren Kirchen ein einstimmiges Ja als Meinungsbild mit auf den Weg.

Am Nachmittag war Prof. Dr. Johanna Rahner von der Eberhard Karls Universität Tübingen zu Gast. Sie hielt ein Vortrag zum Thema. Welche Innovation braucht die Ökumene? Theologische Zeitansagen mit Blick auf Kirchen und Gesellschaft. In einem ersten Teil hat sie die Ergebnisse der Kirchenmitgliedschaft Untersuchung (KMU6) dargestellt und deutlich gemacht, dass beide großen Kirchen mit hohen Mitgliederverlusten auch in Zukunft rechnen müssen und welche Herausforderungen diese verringerte Zahl auch für die Ökumene mit sich bringt. Sie stellte die etwas provokante Frage, ob wir in Zukunft lieber eine in uns abgeschlossene, kleine Herde sein wollen, oder auch als kleine Gemeinschaften Sauerteig für die Gesellschaft sein wollen. Sie selbst plädiert ausdrücklich für die Sauerteigtheorie und empfiehlt den großen und auch den kleinen Kirchen, dass sie sich Partnerinnen und Partner in der Gesellschaft suchen sollen. Denn die Kirchen müssen raus in die Welt gehen, dahin, wo die Menschen leben und sich im Alltag bewähren müssen. So können sie auch heute die christliche Rede von der Menschwerdung Gottes Wirklichkeit werden lassen. Ihr Auftrag ist es sich in Wort und Tat für die Würde jedes Menschen stark zu machen - Räume und Orte für Dialog und Begegnung zu schaffen. Die Kirchen können selbstbewusst in die Zukunft gehen. Die Untersuchungen des Religionsmonitors belegen, „dass Religion, als gelebte religiöse Praxis, die mit einer Gemeindeanbindung einhergeht, gesellschaftliche Solidarität stärken kann. Wer auf solche Weise religiös ist, zeigt ein höheres Solidaritätsverhalten und ist zuversichtlicher hinsichtlich der Potenziale unserer Gesellschaft.

Nach der Abendandacht hat die Versammlung Susanne Laun, Ökumenereferentin vom Bistum Speyer, verabschiedet. Sie hat viele Jahre zunächst als Mitglied und die letzten beiden Jahre auch im Vorstand der ACK Südwest mitgearbeitet. Ökumene war ihr immer ein Herzensanliegen.
Im anschließenden Kamingespräch hat Christian Badorrek von der Kirche der Siebenten Tags Adventisten, von der Struktur seiner Kirche erzählt. Insbesondere stellte er die hohe Bedeutung der Treffen am Sabbat und dem Einsatz für Bildung und Gesundheit. So betreibt die Kirche mehrere Schulen und Krankenhäuser und Alten- und Pflegeheime weltweit.

Am zweiten Tag stand erneut die kirchlichen Mitgliedschaftsuntersuchung diesmal in Form eines Vortrags von Detlef Pollak, einem Religionssoziologen auf dem Programm. Im Unterschied zu Prof. Dr. Rahner hat er andere Schlussfolgerungen aus den Untersuchungen gezogen. Für ihn bleibt der Sonntagsgottesdienst ein wichtiger Ort für die religiöse Prägung der Menschen. Da sie innerfamiliär immer mehr zurückgeht. Er betonte, die Kirchen sollten sich Gedanken machen, wie sie auch in Zukunft den Gottesdienst als Ort der religiösen Bildung und auch der religiösen Vergemeinschaftung stark machen können. Die Delegiertenversammlung endete mit einem Ausblick auf das 50-jährige Jubiläum im Herbst, das die Delegierten am 23. und 24. Oktober in Speyer im Priester Seminar auch mit vielen ehemaligen Mitgliedern feiern werden.

Neuer fünfköpfiger Vorstand gewählt – Erstmals leitet Anglikanischer Reverend die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland

Auf ihrer Frühjahrstagung in Augsburg haben die Delegierten der 19 Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) am Mittwoch, dem 19. März 2025, einen neuen Vorstand gewählt.

Zum Vorsitzenden wurde der anglikanische Reverend Christopher Easthill aus Wiesbaden gewählt. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und Bischof Emmanuel von Christoupolis bestimmt. Bereits am Abend wird der neue Vorstand in sein Amt eingeführt und die bisherigen Vorstandsmitglieder verabschiedet.

„Die Wahl des interkulturell divers zusammengesetzten Vorstandsteams aus dem gesamten Bundesgebiet mit profunden Ökumenikern und kirchenleitungserfahrenen Personen verspricht weiterhin eine agile, zukunftsweisende und multilaterale Gremienarbeit auf Augenhöhe in den nächsten Jahren“, freut sich die Geschäftsführerin, Dr. Verena Hammes, über den Ausgang der Wahl. Gemäß der Satzung können Vorstandsmitglieder nur aus den Reihen der delegierten Mitglieder der Mitgliedskirchen gewählt werden. Der Vorstand ist für die Dauer von drei Jahren gewählt.

Gewählt wurden als Vorstandmitglieder (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Weihbischof Dr. Peter Birkhofer (Freiburg), Delegierter der Deutschen Bischofskonferenz (DBK)
  • Bischof Emmanuel von Christoupolis (Berlin), Delegierter der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD)
  • Reverend Christopher Easthill (Wiesbaden), Delegierter der Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland
  • Pastor Manfred Ewaldt (Hamburg), Delegierter des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG)
  • Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl (Stuttgart), Delegierter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Zum Vorsitzenden wurde auf Empfehlung des gewählten Vorstandes Reverend Christopher Easthill gewählt. Damit ist erstmals ein Delegierter der Anglikanischen Kirche Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.

Easthill wurde 1960 in Singapur geboren, war zuletzt ein weltweit operierender Manager eines internationalen Versicherungsunternehmens, ehe er 2011 das Studium der Theologie am Virgina Theological Seminary in Amerika aufnahm. Nach seiner Weihe zum Diakon absolvierte er sein Vikariat in München und wurde dort zum Priestergeweiht, ehe er 2014 Pfarrer der Church of St. Augustine of Canterbury in Wiesbaden wurde, wo er seitdem arbeitet. Easthill ist bereits seit 2016 Mitglied im Vorstand der ACK in Deutschland und hat die ACK als stellvertretender Vorsitzender immer wieder bei bundesweiten Veranstaltungen vertreten. Er folgt auf Erzpriester Radu Constantin Miron, der nicht zur Wiederwahl als Vorsitzender antrat. Er hatte seit 2019 an der Spitze des multilateralen Gremiums gestanden und war die erste orthodoxe Person in diesem Amt. 

Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl (1. stellvertretender Vorsitzender) und Bischof Emmanuel von Christoupolis (2. stellvertretende Vorsitzender) bestimmt.

Stellvertretende Vorstandsmitglieder wurden (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Diakon Prof. Dr. Hacik Rafi Gazer (München), Delegierter der Armenischen Kirche
  • Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg), Delegierter der Deutschen Bischofskonferenz (DBK)
  • Landesbischof Dr. Oliver Schuegraf (Bückeburg), Delegierter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
  • Pastor Christoph Stiba (Berlin), Delegierter des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG)
  • Bischof D.D. Hans-Jörg Voigt (Hannover), Delegierter der Selbstständig Lutherischen Kirche (SELK)

Am Abend wird der neue Vorstand in einem Gottesdienst in sein Amt eingeführt und übernimmt mit sofortiger Wirkung die Sitzungsleitung. Vorher stehen Mitglieder des neugewählten Vorstandes und der Vorsitzende Reverend Christopher Easthill für ein kurzes Interview zur Verfügung.

Ungebrochenes Interesse am ersten Glaubensbekenntnis der Christenheit und Empfehlung, es viel häufiger im Gottesdienst zu beten

Ein durchweg positives Resümee zogen die Veranstalter der Fachtagung zum Ersten Ökumenischen Konzil von Nizäa in Frankfurt am Main, die auch international Beachtung fand. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tauschten sich drei Tage in Frankfurt über Aspekte und Erkenntnisse rund um das Erste Ökumenische Konzil, das vor 1700 Jahren in der türkischen Seestadt Nizäa stattgefunden hat, aus. Die Tagung wurde vom Deutschen Ökumenischen Studienausschuss (DÖSTA) der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) in Kooperation mit der Evangelischen und Katholischen Akademie in Frankfurt veranstaltet. Bundesweit nehmen Wissenschaftler und Vertreter der unterschiedlichen Kirchen ein überwältigendes Interesse an Veranstaltungen anlässlich des 1700-jährigen Jubiläums wahr. Bei diesen wird die Aktualität und Praxisrelevanz der Konzilsthemen für die heutige Zeit immer wieder unterstrichen.

Gemeinsamer Aufruf der Vorsitzenden der christlichen Kirchen in Deutschland zur Wahl des 21. Deutschen Bundestages am 23. Februar 2025

Einstehen für unsere Demokratie

Angesichts der bevorstehenden Wahlen des 21. Deutschen Bundestages hat der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, Erpriester Miron, am 11. Februar gemeinsam mit der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kirsten Fehrs, und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing einen Wahlaufruf veröffentlicht.

Darin rufen sie gemeinsam auf, trotz der großen Herausforderungen mit Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft zu blicken und sich gemeinsam für ein demokratisches Miteinander und eine gute Zukunft mit klarere Orientierung einzusetzen. 

Die Vorsitzenden appellieren an alle Wahlberechtigten: "Übernehmen Sie Verantwortung für das demokratische Miteinander. Gehen Sie wählen und stimmen Sie bei der Bundestagswahl für Parteien und Abgeordnete, die sich für ein rechtsstaatliches, freiheitliches, weltoffenes, solidarisches und die Schöpfung bewahrendes Deutschland einsetzen. Wir wenden uns dabei besonders an alle, die zum ersten Mal wählen dürfen: Machen wir alle von unserer Stimme Gebrauch und stehen wir für unsere Demokratie ein!"

 

 

Christliche Nächstenliebe schließt Fremdenfeindlichkeit aus

Delegierte der ACK Südwest ermutigen dazu einen respektvollen Umgang mit allen Menschen zum Maß des eigenen Handelns zu machen

Angesichts einer zunehmenden Polarisierung in der Gesellschaft, hat die ACK Südwest auf ihrer Frühjahrstagung in Speyer die Bedeutung der Nächstenliebe als Grundlage für gute politische Entscheidungen herausgestellt. Die Goldene Regel „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch“ (Matthäus 7,12) ist nicht nur für Christen einer der wichtigsten Orientierungspunkte, sondern zugleich ein starkes Band für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Nächstenliebe schließt Fremdenfeindlichkeit und Reduzierung des Nächsten auf Klischees und Vorurteile aus.

?Die Delegierten der ACK-Tagung betonten zudem den Wert eines jeden Menschen, unabhängig von seiner Herkunft und Hautfarbe. Jeder Mensch sei von Gott geliebt und ernst genommen. Er habe eine Stimme, die gehört werden müsse, Mehrheiten dürften Minderheiten nicht unterdrücken.?
Die ACK verweist auf ihr eigenes Beispiel: Trotz jahrhundertelanger Zersplitterung und Unterschiedlichkeit sei der Zusammenschluss heute eine konstruktive, multilaterale Ökumene, die gut zusammenarbeitet. ?„Wir erleben die Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als enorme Bereicherung. Wir reden nicht übereinander, sondern miteinander. Wir erleben, wie wichtig es ist, einander zuzuhören – und zwar in einer Haltung der Wertschätzung“, sagt die Vorsitzende der ACK Südwest, Superintendentin Jutta Walber, „Es kommt uns darauf an, den anderen so verstehen zu wollen, wie er verstanden werden will.“.

Die ACK Südwest ermutigt Wähler und politische Entscheidungsträger einen respektvollen Umgang mit allen Menschen zum Maß des eigenen Handelns zu machen.

Ökumenische Stolperfallen vermeiden

ACK Südwest veröffentlicht "Checkliste für ökumenische Projekte"

Landau – Welches Glaubensbekenntnis wird bei ökumenischen Gottesdiensten gebetet? Wie ist die finanzielle Beteiligung der beteiligten Gemeinden an gemeinsamen Aktivitäten geregelt? Wie erfährt die Öffentlichkeit, welche Konfessionen an einer ökumenischen Aktion beteiligt waren? Diese und andere Fragen tauchen immer wieder im Vorfeld ökumenischer Veranstaltungen auf und sorgen manchmal für Irritationen. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest hat deshalb die wichtigsten Fragen zu ökumenischen Gottesdiensten, Gemeindefesten und sonstigen gemeinsamen Aktivitäten in einer „Checkliste für ökumenische Projekte“ kompakt und nach Themen gebündelt zusammengefasst. 

Für den Vorsitzenden der ACK – Region Südwest Pastor Dr. Wagner besteht das Ziel der achtseitigen Broschüre darin, „die wichtigsten Fragen aufzulisten, die bei gemeinsamen Projekten zu bedenken sind.“ So könne man mögliche Stolperfallen vermeiden, Haupt- und Ehrenamtliche entlasten und das ökumenische Miteinander vertiefen. Ein besonderes Augenmerk sei auf die Freikirchen und auf die Ostkirchen gerichtet: „Wir wollen mit unserer Checkliste dazu ermutigen, ökumenische Aktionen nach Möglichkeit immer in der Weite aller ACK-Gemeinden vor Ort zu planen und durchzuführen.“ Sein Dank, so Wagner, gelte insbesondere den Delegierten aus fünf Mitgliedskirchen, die die Broschüre im Auftrag der ACK Südwest erarbeitet haben.

 

Die Datei zum Download finden Sie hier: http://www.ack-suedwest.de/index.php?id=6091



Fürbittkalender des ÖRK

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen
in Rheinland-Pfalz und im Saarland

Geschäftsstelle

Dagmar Hees
Anschrift: Lindenweg 5e, 56170 Bendorf
Telefon: 02622 902393
Mobil: 0151 70808590

Web:  www.ack-suedwest.de
eMail: buero(at)ack-suedwest.de

Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 27. September 2026

Der HERR verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen. 1. Samuel 12,22

/Jesus betete:/ Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen. Johannes 17,26